Wenige Tage nach ihrem ersten Auftritt im Presseraum des Weißen Hauses steht die neue Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Katie Zacharia, in der Kritik. US-Medien berichten, sie habe in ihrem Lebenslauf und bei öffentlichen Auftritten möglicherweise unzutreffende Angaben zu ihrer juristischen Laufbahn gemacht.
Zacharia bezeichnet sich demnach als „Anwältin“, obwohl es offenbar keine Hinweise auf eine Zulassung in den Vereinigten Staaten gibt. Die 41-Jährige hatte an der Pepperdine University Jura studiert und anschließend als Assistentin eines Rechtsprofessors gearbeitet. Eine amerikanische Anwaltszulassung wird in ihrem Lebenslauf jedoch nicht genannt.
Die Ethikorganisation Campaign for Accountability forderte deshalb die kalifornische Anwaltskammer auf, eine Untersuchung einzuleiten. Zacharia soll bei Fernsehauftritten und in Online-Netzwerken wiederholt erklärt haben, sie sei Anwältin. Auch während ihrer früheren Tätigkeit als Kommentatorin beim Sender Fox News sei sie als Anwältin vorgestellt worden.
Für zusätzliche Fragen sorgt eine Angabe zu Zacharias beruflicher Vergangenheit in China. Ihrem Profil beim Karrierenetzwerk Linkedin zufolge arbeitete sie zwischen 2011 und 2013 für eine Anwaltskanzlei in Peking.
Ein Journalist fragte US-Präsident Trump am Dienstag, in welchem US-Bundesstaat Zacharia ihre Anwaltsprüfung abgelegt habe. Sie antwortete: „Als ich nach China gezogen bin.“ Nach den Berichten ist es jedoch unwahrscheinlich, dass sie die Prüfung in China abgelegt hat. Anwaltsprüfungen finden in den USA in den jeweiligen Bundesstaaten beziehungsweise deren Gerichtsbezirken statt. Für eine Zulassung als Anwältin in China wäre zudem die chinesische Staatsbürgerschaft erforderlich gewesen.
Zacharia hatte am Dienstag erstmals die Pressekonferenz im Weißen Haus geleitet. Sie beendete die Konferenz bereits nach wenigen Minuten. Den Posten übernahm sie von Karoline Leavitt, die ihn im Sommer aufgegeben hatte, um sich stärker um ihre Familie zu kümmern.
Vor ihrer Ernennung arbeitete Zacharia unter anderem für Trump Media and Technology, die Gruppe hinter der Plattform Truth Social des Präsidenten. Wie Leavitt gilt sie als überzeugte Unterstützerin von Trumps MAGA-Bewegung. Die neue Kommunikationschefin tritt ihr Amt zu einem politisch schwierigen Zeitpunkt an: Laut Umfragen drohen Trumps Republikanern bei den im November anstehenden Kongresswahlen schwere Niederlagen.

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