VW-Chef Blume fordert politische Hilfe für deutsche Autobranche

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Die deutsche Autobranche steht vor einem schwierigen Jahresende. Im dritten Quartal gingen die Auslieferungen bei allen großen Herstellern zurück. Besonders stark belastet der Einbruch des chinesischen Marktes die Unternehmen.

Volkswagen-Chef Oliver Blume fordert deshalb zusätzliche Unterstützung von der Politik. Bei einer Veranstaltung am Rande der Pariser Automesse sprach er sich unter anderem für eine flexiblere Regulierung und Anreize für die Produktion in Europa aus.

Vor allem das Volumengeschäft mit Fahrzeugen geringerer Gewinnmargen kämpfe derzeit mit großen Problemen, erklärte Blume. Das Geschäft in Europa müsse profitabel und wettbewerbsfähig bleiben. Die industrielle Basis Europas müsse gesichert werden. Auf Gewinne aus dem Exportgeschäft könne sich die Branche künftig nicht allein verlassen.

Volkswagen selbst verzeichnete im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang. Der Konzern verkaufte 1,89 Millionen Fahrzeuge und damit 14,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte das Minus noch 8,6 Prozent betragen. Bei der Kernmarke Volkswagen sanken die Auslieferungen um 19,3 Prozent auf mehr als 946.000 Fahrzeuge.

Besonders stark fiel der Rückgang in China aus. Dort verkaufte die Marke Volkswagen 38,5 Prozent weniger Fahrzeuge und kam auf 405.800 Autos. Der Einbruch in China machte damit mehr als 80 Prozent des gesamten Rückgangs aus. In den ersten neun Monaten setzte der VW-Konzern gut sechs Millionen Fahrzeuge ab, neun Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Auch die Konzerntöchter Audi und Porsche waren betroffen. Audi lieferte im dritten Quartal 314.905 Fahrzeuge aus, 19,7 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Neben der Entwicklung in China und den USA belasteten bei der Marke auch Modellwechsel bei den Volumenmodellen A1 und Q2.

Porsche setzte gut 56.000 Sport- und Geländewagen ab. Das waren 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. In China sanken die Verkäufe in den ersten neun Monaten um 33 Prozent auf rund 21.500 Fahrzeuge. Die Porsche-Führung rechnet damit, künftig höchstens noch ein Zehntel der Fahrzeuge in dem Land zu verkaufen.

Mercedes-Benz verkaufte im dritten Quartal gut 407.000 Pkw und damit acht Prozent weniger. In China ging der Absatz um 31 Prozent zurück. Außerhalb des Landes legten die Verkäufe dagegen um ein Prozent zu. Zudem stieg der weltweite Absatz vollelektrischer Fahrzeuge bei Mercedes auf 68.400 Autos, ein Plus von 61 Prozent.

BMW schnitt unter den deutschen Herstellern am besten ab. Die Auslieferungen des Konzerns gingen um 6,3 Prozent auf gut 551.000 Fahrzeuge zurück. In China betrug der Rückgang fast ein Viertel. In Europa und den USA konnte BMW dagegen zulegen.

Blume hat bei Volkswagen zugleich einen weitreichenden Umbau eingeleitet. Dieser sieht unter anderem den Abbau weiterer zehntausender Arbeitsplätze und das Auslaufen der Fertigung in vier deutschen Werken vor. Bei den Arbeitnehmern stößt der Kurs auf erbitterten Widerstand.


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