Bärbel Bas legt ihr Amt als Bundesarbeitsministerin und den Co-Vorsitz der SPD nieder. Die Entscheidung begründete sie mit persönlichen Gründen und öffentlichen Angriffen.
In einer von der SPD-Spitze verbreiteten Mitteilung erklärte Bas, sie brauche nach dem Tod ihrer Stieftochter Zeit, um ihre Trauer zu verarbeiten. Diese Zeit wolle sie sich ausreichend nehmen.
Zugleich kritisierte Bas die öffentlichen Angriffe auf sie. Diese seien auch aus den Reihen des Koalitionspartners in ihrer persönlich schwierigen Situation weiter verstärkt worden. Sie könne derzeit nicht die Kraft aufbringen, ihre Regierungs- und Parteiarbeit kurzfristig vollständig auszuüben. Deshalb habe sie sich entschieden, beide Ämter aufzugeben.
Politiker aus der Union hatten Bas zuletzt wegen des Tempos bei geplanten Reformvorhaben kritisiert. Dabei ging es unter anderem um die Rente. Ihr wurde vorgeworfen, die Reformen zu verschleppen und zu blockieren.
Ihr Bundestagsmandat will Bas behalten. In ihrer Mitteilung dankte sie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Arbeitsministerium für ihre Unterstützung. Das Ministerium brauche eine starke Hausleitung, die die anstehenden Gesetze und Reformvorhaben mit voller Kraft vorantreibe, erklärte sie.
Auch der SPD-Spitze sprach Bas ihren Dank aus. SPD-Chef Lars Klingbeil reagierte traurig auf ihre Entscheidung und zeigte Verständnis für den Schritt. Hinter den Ämtern seien alle Menschen, sagte der Vizekanzler.
Klingbeil bezeichnete die Angriffe auf Bas während ihrer Trauer als unanständig. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch erklärte, Bas habe Haltung gezeigt, auch wenn dies unbequem gewesen sei. Die Kraft sei jedoch endlich.

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