Ein mit 250 Tonnen Wasserstoff beladenes Tankmotorschiff ist bei Ludwigshöhe im Rhein auf Grund gelaufen. Das flussabwärts fahrende Schiff fuhr sich gegen 7 Uhr auf der linken Seite der Fahrrinne fest, wie die Wasserschutzpolizei in Mainz mitteilte.
Da die Durchfahrtsbreite an dieser Stelle derzeit deutlich eingeschränkt ist, hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Oberrhein den Abschnitt für Großfahrzeuge mit Überbreite gesperrt. Die Sperre gilt zwischen dem Hafen Gernsheim und der Mainspitze bei Mainz.
Das Tankmotorschiff führt eine gefährliche Ladung. Weitere Angaben zum Zustand des Schiffes oder zu möglichen Schäden liegen in dem vorliegenden Material nicht vor.
Bereits seit Samstagvormittag waren im Bereich von Rheinkilometer 474,00 drei weitere Großschiffe festgefahren. Nach Angaben der Polizei konnten sie sich jeweils selbst wieder befreien. Nennenswerte Schäden seien dabei nicht entstanden.
Die Ursache der Havarien ist noch unklar. Die Ermittlungen dauern an. Geprüft wird auch, ob eine mögliche Untiefe in diesem Abschnitt des Rheins für die Vorfälle verantwortlich sein könnte.
Der Rhein führt derzeit wegen der Trockenheit ungewöhnlich wenig Wasser. Wie niedrig der Pegel ist, zeigte sich vor wenigen Tagen in Köln: Dort lag er bei 40 Zentimetern und damit auf einem historischen Tiefstand. In Duisburg erreichte der Rheinpegel im September mit 1,22 Metern ebenfalls seinen niedrigsten Stand.
Auch im Düsseldorfer Medienhafen lagen Boote auf dem Trockenen. Das niedrige Wasser legte zudem alte Boote, Munition und Panzer im Flussbett frei.
Der zuletzt gefallene Regen bringt dem Rhein nach Einschätzung von Experten auf absehbare Zeit kaum Entlastung. Es könne Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich der Wasserstand erhole. Dafür wäre dem Material zufolge über längere Zeit Landregen im gesamten Rheinland vom Niederrhein bis zum Oberrhein nötig.
Der Rhein wird normalerweise unter anderem durch Gletscher- und Schneeschmelze sowie durch Niederschläge gespeist. Die Schneeschmelze blieb zuletzt größtenteils aus. Für ausreichend Wasser im kommenden Jahr müsste es im Winter in den Bergen genügend schneien.

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