Die Veranstalter des Glücksgefühle-Festivals haben die Band Alphaville erneut zu einem Auftritt auf dem Hockenheimring eingeladen. Zuvor war die Gruppe nach eigenen Angaben ausgeladen worden, weil die Veranstalter politische Äußerungen auf der Bühne befürchtet hatten.
Mitorganisator Markus Krampe erklärte gegenüber der „Bild“-Zeitung, die frühere Entscheidung sei ein Fehler gewesen. „Meinungsfreiheit ist das höchste Gut, das wir in Deutschland haben, sie ist zu schützen“, sagte Krampe und bat um Entschuldigung.
Die Einladung sei keine Reaktion auf Druck, sondern eine bewusste Entscheidung für das, was die Beteiligten verbinde, erklärte Krampe. Er organisiert das Festival seit 2023 gemeinsam mit dem ehemaligen Fußballnationalspieler Lukas Podolski.
Die Veranstalter hatten die ursprüngliche Absage damit begründet, dass das Festival vollständig unpolitisch bleiben solle. Alphaville sei gebeten worden, politische Aussagen während des Auftritts zu unterlassen. Auf diese Vorgabe habe man sich mit der Band jedoch nicht einigen können.
Alphaville-Sänger Marian Gold hatte die Einschränkung als „Maulkorberlass“ bezeichnet und mit Verhältnissen in Diktaturen verglichen. Die Band kritisierte, dass dadurch die Meinungs-, Rede- und Kunstfreiheit bei einem der größten Popfestivals Deutschlands eingeschränkt werde.
Gold hatte sich bei Konzerten zuletzt während der Ansage des Liedes „Carry Your Flag“ gegen rechtsradikale Tendenzen sowie für Freiheit, Toleranz und Demokratie ausgesprochen.
Wie Alphaville auf die erneute Einladung reagiert, war zunächst nicht bekannt. Die Informationen wurden am 3. September 2026 im Programm des Deutschlandfunks veröffentlicht.