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September 2, 2026
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Deutsche Marine schließt geheimen Lora-Raketentest im Nordatlantik erfolgreich ab

Die deutsche Marine hat im Nordatlantik erfolgreich eine Rakete des israelischen Systems Lora getestet. Der zuvor weitgehend geheim gehaltene Test fand mit einer deutschen Fregatte statt. Nach Angaben eines Sprechers sollen nun die Pläne für eine Beschaffung des Systems vorangetrieben werden.

Lora soll eine Reichweite von mehr als 500 Kilometern ermöglichen. Zwei deutsche Fregatten waren für die Erprobung in ein Seegebiet zwischen Irland und Island verlegt worden. Die Vorbereitungen liefen weitgehend unter Geheimhaltung. Allerdings waren der Schiffs- und der Luftverkehr bereits 45 Tage vor dem Test öffentlich gewarnt worden.

Marineinspekteur Jan Christian Kaack bezeichnete den erfolgreichen Test als historischen Schritt. „Mit dem erfolgreichen Schuss einer ballistischen Rakete gestern Nacht im Nordatlantik, haben wir Marinegeschichte geschrieben“, sagte Kaack der Deutschen Presse-Agentur. Das System lasse sich von deutschen Schiffen aus einsetzen; die mögliche Reichweite übersteige alles, was die Marine bisher gekannt habe.

Nach Einschätzung Kaacks schafft die Erprobung ein neues Kapitel bei der Abschreckung und der Verteidigungsbereitschaft auf See. Der Test hatte dem Bericht zufolge auch die Abschreckung Russlands zum Ziel.

Bei Lora handelt es sich um eine in Israel entwickelte und produzierte ballistische Rakete. Sie wird in einem Startcontainer bereitgestellt und kann dadurch an Bord von Schiffen vergleichsweise schnell eingesetzt werden. Nach den Kategorien der Rüstungskontrolle zählt das System zu den ballistischen Kurzstreckenraketen.

Die Bundeswehr verfügt bei weitreichenden Präzisionswaffen bislang über eine Lücke. Mit Lora könnte neben dem Marschflugkörper Taurus eine weitere schnell verfügbare Waffe zur Bekämpfung weiter entfernter Landziele hinzukommen. Eine Beschaffung wäre Teil von Rüstungsprogrammen, die nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aufgelegt wurden.

Zusätzlich will die Bundesregierung US-Mittelstreckenwaffen vom Typ Tomahawk kaufen und in Deutschland stationieren. Diese Systeme sollen eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern haben. Zugleich arbeitet Deutschland mit europäischen Verbündeten an der Entwicklung eigener europäischer Systeme und deren Stationierung in Europa.

Dieser Beitrag gehört zu einer Meldung von SZ/dpa/ost.

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