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Sepp Müller kandidiert für CDU-Landesvorsitz in Sachsen-Anhalt

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Sepp Müller will neuer Landesvorsitzender der Partei in Sachsen-Anhalt werden. Nach dem schlechten Abschneiden bei der Landtagswahl soll im Spätherbst ein neuer Landesvorstand gewählt werden. Müller ist bislang der erste Politiker, der seine Kandidatur angekündigt hat.

Der 37-Jährige gilt innerhalb der CDU als umstritten. Er ist derzeit stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag und wird als Kritiker des amtierenden Landeschefs Schulze eingeordnet. Auch Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz hatte Müller wegen Äußerungen vor der Wahl öffentlich kritisiert.

Im Deutschlandfunk sagte Müller, er wolle die CDU wieder „in der Breite sichtbar machen“. Die Aufgabe, Sachsen-Anhalt politisch wieder auf den richtigen Weg zu bringen, bezeichnete er als Mammutaufgabe. Eine Zusammenarbeit mit der AfD und der Linkspartei schloss er aus. Die CDU brauche klare politische Leitplanken, andernfalls verliere sie ihre Glaubwürdigkeit, betonte Müller.

Für Kritik sorgte insbesondere eine Äußerung wenige Tage vor der Wahl. In einem Podcast hatte Müller gesagt, dass der AfD-Politiker Ulrich Siegmund bei entsprechenden Umfrage- und Wahlergebnissen einen Regierungsbildungsauftrag habe. Merz warf ihm daraufhin vor, dem eigenen Spitzenkandidaten unmittelbar vor dem Wahltermin in den Rücken gefallen zu sein. Der Kanzler nannte Müller dabei nicht direkt beim Namen, machte seine Kritik jedoch in einer Erklärung vor Journalisten deutlich.

Müller gehört dem Bundestag seit 2017 an. Vier Jahre später gewann er erneut das Direktmandat im Wahlkreis Dessau-Wittenberg. Damals erhielt der gelernte Bankkaufmann aus Gräfenhainichen 34,3 Prozent der Erststimmen. Nach Angaben des Berichts war dies das beste Erststimmenergebnis der CDU im Osten.

Anschließend stieg Müller zum stellvertretenden Vorsitzenden der Unionsfraktion auf. Vor der Bundestagswahl 2025 wurde er zum Spitzenkandidaten der CDU in Sachsen-Anhalt bestimmt. Seine Zustimmung in der Partei lag dabei bei rund 81 Prozent.

Im Sommer 2025 hatte Müller zudem mehr Aufmerksamkeit für die ostdeutschen Bundesländer gefordert. Er verwies auf die schwierige Lage im Osten und erklärte, die politische Mitte könne auseinanderfallen, wenn die bisherige Politik fortgesetzt werde.

Müller befürwortet nach eigenen Angaben eine strikte Reformagenda. Zugleich warnte er mit Blick auf die geplante Rentenreform davor, die besondere Situation vieler Menschen im Osten zu übersehen. Für zahlreiche Ruheständler sei die gesetzliche Rente nahezu die einzige Einkommensquelle, während private und betriebliche Vorsorge dort eine geringere Rolle spielten.

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