Nach dem schwachen Abschneiden der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin zunächst mehrere CDU-Ministerpräsidenten zu Gesprächen empfangen. Anschließend kam der CDU-Bundesvorstand zu einer Sitzung zusammen. Auch die SPD-Spitze beriet über die Konsequenzen des Wahlergebnisses.
Nach einem Bericht der BILD verschob Merz eine für 9 Uhr angesetzte Sitzung des CDU-Präsidiums kurzfristig. Stattdessen lud er zunächst mehrere Ministerpräsidenten seiner Partei in sein Büro ein, um Gespräche vom Vorabend fortzusetzen. Bereits am Sonntagabend hatte der Kanzler dem Bericht zufolge aus dem Kanzleramt in Berlin in verschiedenen Konstellationen telefoniert.
Seit 11 Uhr tagte Merz mit dem gesamten CDU-Bundesvorstand. Im Mittelpunkt standen die Folgen der Wahl für die Partei und die schwarz-rote Bundesregierung. Die CDU erreichte in Sachsen-Anhalt laut dem Bericht 17,2 Prozent. Der bisherige Ministerpräsident Sven Schulze hatte damit ein für die Partei sehr schwaches Ergebnis erzielt und seinen Rückzug indirekt angekündigt.
Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte zuvor gefordert, die CDU dürfe nicht schon nach kurzer Zeit wieder zur Tagesordnung übergehen. Die Partei müsse sich damit beschäftigen, was die Menschen bewege und warum sie entsprechend wählten, sagte er bei einer Veranstaltung in Dresden.
Auch bei der SPD stand eine Präsidiumssitzung an. Sie begann ab 9.30 Uhr im Willy-Brandt-Haus. Die Sozialdemokraten kamen in Sachsen-Anhalt auf 9,3 Prozent. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf bezeichnete das Ergebnis in der ARD dennoch als einen stabilen Einzug in den Landtag.
Innerhalb der SPD gibt es dem Bericht zufolge Frust über die Regierung und die Parteiführung. Forderungen nach einem Sonderparteitag und personellen Konsequenzen wies die Parteiführung zunächst zurück. SPD-Chefin Bärbel Bas schloss eine Debatte darüber jedoch nicht aus.
Für den Nachmittag war ein öffentlicher Auftritt von Merz gemeinsam mit Schulze geplant. Auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst hielt sich in Berlin auf. Die Gespräche der Parteispitzen drehen sich damit sowohl um personelle Konsequenzen als auch um die weitere Rolle von CDU und SPD in der Bundesregierung.