Heute: September 8, 2026

Was Optimismus mit Gesundheit zu tun hat – und was sich daraus lernen lässt

Optimistische Menschen erkranken laut einer aktuellen Übersichtsarbeit seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und haben ein geringeres Sterberisiko. Auch Optimismustraining, Dankbarkeit und Achtsamkeit zeigen demnach positive Effekte. Wie stark diese Wirkung langfristig ausfällt, ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Der vorliegende Beitrag nennt sieben Verhaltensweisen, die sich von Optimisten ableiten lassen. Dabei geht es nicht darum, Risiken auszublenden oder Probleme schönzureden. Gemeint ist vielmehr eine zuversichtliche Haltung, die gleichzeitig aufmerksam bleibt.

1. Nicht sofort vom Schlimmsten ausgehen

Ein Gespräch mit dem Chef muss nicht automatisch eine Kündigung bedeuten, und ein Ziehen im Arm ist nicht zwangsläufig ein Herzinfarkt. Untersuchungen zum Umgang mit Optimismus, Pessimismus und Ängstlichkeit zeigen: Pessimistische und ängstliche Menschen haben im Alltag einen höheren Blutdruck. Hilfreich kann deshalb die Frage sein, was tatsächlich bekannt ist und was nur eine beunruhigende Vermutung darstellt.

2. Das Gedankenkarussell unterbrechen

Viele Probleme lassen sich nachts nicht lösen. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien aus dem Jahr 2017 kam zu dem Ergebnis, dass Optimisten 70 Prozent seltener unter Schlafstörungen leiden. In schwierigen Situationen empfinden sie zudem weniger Stress.

3. Stress aktiv begegnen

Stress kann das Immunsystem schwächen. Bei Untersuchungen mit Jura-Studierenden im ersten Semester hatten die Optimisten unter ihnen mehr T-Helferzellen im Blut; außerdem waren ihre natürlichen Killerzellen aktiver. Ein eindeutiger Beweis für einen direkten Zusammenhang ist das laut dem Beitrag jedoch nicht. Optimisten gehen Probleme demnach eher aktiv an und konzentrieren sich auf das, was sie selbst beeinflussen können.

4. Auf die eigene Gesundheit achten

US-Forscher untersuchten 6044 Erwachsene über 50 Jahre. Optimistische Teilnehmer hatten ein geringeres Schlaganfallrisiko. Eine mögliche Erklärung ist, dass Menschen mit einer positiven Grundhaltung eher Entscheidungen treffen, von denen sie sich langfristig Vorteile versprechen – etwa eine ausgewogene Ernährung oder mehr Bewegung.

5. Erreichbare Ziele setzen

Auch nach einem Schlaganfall kann eine optimistische Haltung eine Rolle spielen. Eine 2023 veröffentlichte Untersuchung begleitete 879 Menschen ab 50 Jahren. Optimistische Teilnehmer ohne Depression erholten sich in den ersten drei Monaten deutlich besser. Daraus lasse sich jedoch nicht ableiten, dass Optimismus allein die Genesung verursacht. Er könne aber dabei helfen, Probleme zu lösen, passende Strategien zu entwickeln und realistische Ziele zu formulieren.

6. An die eigene Handlungsfähigkeit glauben

Untersuchungen weisen darauf hin, dass Optimisten mehr Sport treiben, seltener rauchen und sich gesünder ernähren. Dahinter steht laut dem Beitrag der Glaube, mit dem eigenen Verhalten etwas verändern zu können. Dafür müsse nicht das gesamte Leben umgestellt werden: Auch kleine Schritte zählen.

7. Optimismus einüben

Optimismus gilt nicht als unveränderliche Eigenschaft. Als mögliche Übung wird die „Best Possible Self“-Methode genannt. Dabei stellen sich Menschen ihr bestmögliches Leben in der Zukunft vor, schreiben diese Vorstellung auf und leiten daraus kleine, realistische Ziele für den aktuellen Tag ab.

Die im Ausgangsbeitrag zusammengefassten Forschungsergebnisse sprechen damit für einen Zusammenhang zwischen Optimismus und mehreren gesundheitlichen Merkmalen. Zugleich betonen sie die offenen Fragen: Wie dauerhaft die Effekte sind und welche Rolle andere Faktoren spielen, muss weiter untersucht werden.

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