Das Bundesverteidigungsministerium will mit sogenannten Fokus-Reisen nach Litauen weitere Bundeswehr-Soldaten für die geplante deutsche Brigade gewinnen. Seit Mai habe es bereits sechs dieser Reisen mit jeweils rund 80 Teilnehmern gegeben, teilte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin mit. Für den laufenden Monat seien zwei weitere Flüge vorgesehen.
Die Reisen sollen den Soldatinnen und Soldaten einen Eindruck vom künftigen Einsatzort vermitteln. Ziel ist es, die deutsche Panzerbrigade in Litauen personell aufzustellen.
Zum Schutz der Nato-Ostflanke soll die Brigade bis Ende kommenden Jahres in dem baltischen Land stationiert werden. Vorgesehen sind 4800 Soldaten und 200 zivile Mitarbeiter. Nach Angaben der Ministeriumssprecherin liegt der aktuelle Besetzungsstand bei 92 Prozent.
Die bisherige Personalgewinnung erfolgte ausschließlich auf freiwilliger Basis. In einzelnen Bereichen gebe es sogar mehr Freiwillige als benötigt. Zugleich sei nicht auszuschließen, dass für bestimmte Posten vom „Grundsatz der Freiwilligkeit“ abgerückt werden müsse.
Hauptstandort der Brigade soll Rudninkai nahe der Grenze zu Belarus werden. In einem Waldgebiet etwa 35 Kilometer von der litauischen Hauptstadt Vilnius entfernt entsteht dafür eine eigene Militärstadt für die deutschen Truppen.
Die Angaben beruhen auf Mitteilungen einer Sprecherin des Verteidigungsministeriums und gehören zu dem vorliegenden Bericht.