In einer Glosse der „Süddeutschen Zeitung“ wird ein zugespitztes Szenario um die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2040 entworfen. Im Mittelpunkt steht der Wettbewerb zwischen Köln und München um die deutsche Bewerberstadt. Ob München nach den Spielen von 1972 erneut Olympiastadt werden kann, ist bislang ebenso offen wie die Frage, ob die bayerische Landeshauptstadt überhaupt für die deutsche Bewerbung kandidieren darf.
Der Text von Roman Deininger spielt Ende September im Kurhaus Baden-Baden. Dort versammeln sich Sportfunktionäre, um zwischen Köln und München zu entscheiden. In der fiktiven Szene tritt zunächst Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst auf. Sein Staatskanzleichef Nathanael Liminski lobt die Rede und setzt auf die Argumente und Zahlen des nordrhein-westfälischen Teams.
Anschließend betritt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Bühne. Die Glosse lässt ihn nicht mit einer weiteren politischen Ansprache reagieren, sondern mit einer musikalischen Einlage. Söder greift zum Mikrofon und stimmt „Wir lieben das Leben, die Liebe und den Sport“ an. Später folgt der bayerische Schlachtruf „Da samma dabei, des is bärig!“
Die Szene wird im weiteren Verlauf immer stärker überzeichnet. Söder trägt demnach ein weiß-blaues Glitzerhemd und eine Brille in Form der Olympischen Ringe. Ilse Aigner, Michaela Kaniber, Albert Füracker und Markus Blume erscheinen in Cheerleader-Kostümen mit weiß-blauen Pompons. Außerdem verteilt die CSU-Landtagsfraktion im Text Maßkrüge.
Wüst protestiert in der Darstellung gegen die musikalische Werbeoffensive und weist darauf hin, dass der deutsche Sport nicht käuflich sei. Liminski kommt schließlich zu dem Schluss, dass die Entscheidung zugunsten Bayerns nicht mehr zu drehen sei. Die anwesenden Olympia-Entscheider tanzen in der Glosse mit.
Der Beitrag ist ausdrücklich als Glosse gekennzeichnet und beschreibt keine tatsächliche Sitzung oder einen realen Auftritt. Die im Text dargestellten Dialoge und Aktionen gehören zur satirischen Inszenierung der „Süddeutschen Zeitung“.