Schwere russische Angriffswelle trifft Krankenhaus in Charkiw

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Bei einer neuen russischen Angriffswelle auf die Ukraine sind nach Angaben der ukrainischen Behörden medizinische Einrichtungen und Energieanlagen getroffen worden. In Charkiw wurden bei einem Angriff auf ein Krankenhaus mindestens 73 Menschen verletzt.

Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft mussten 226 Patienten aus dem Krankenhaus in andere Kliniken verlegt werden. Auch in der Großstadt Dnipro wurde eine medizinische Einrichtung beschädigt. Dort wurden zunächst ein Toter und 17 Verletzte gemeldet. In dem Gebäude wurden nach Angaben des Gouverneurs gerade 100 Menschen behandelt.

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe bei der Angriffswelle zahlreiche Raketen, Marschflugkörper und Kampfdrohnen eingesetzt. Genannt wurden unter anderem mehrere ballistische Raketen vom Typ Iskander-M und Zirkon, 59 Marschflugkörper verschiedener Typen sowie 289 Kampfdrohnen.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe wurden drei Raketen, 49 Marschflugkörper und 257 Drohnen abgefangen. Die ukrainische Flugabwehr sei seit Monaten geschwächt, unter anderem wegen fehlenden Nachschubs bei wichtigen Abwehrraketen.

Nach übereinstimmenden Angaben aus Kiew und Moskau gehörten Energieanlagen zu den Hauptzielen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, Wärmekraftwerke in den Gebieten Winnyzja, Dnipropetrowsk und Charkiw sowie mehrere Umspannwerke seien getroffen worden.

Der ukrainische Energieversorger DTEK teilte mit, drei seiner Kraftwerke könnten wegen der massiven Zerstörungen keinen Strom mehr produzieren. In mehreren Landesteilen kam es zu Stromausfällen. In der Region Schytomyr waren am Morgen nach Angaben des Gouverneurs mehr als 180.000 Haushalte in rund 130 Ortschaften ohne Strom.

Bereits am Montag war ein als Hilfsgüter-Verteilzentrum genutztes Schulgebäude in Komyschuwacha bei Saporischschja angegriffen worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj meldete inzwischen 31 Tote. Rund 50 Menschen wurden nach Angaben des Gouverneurs Mychajlo Semikin vermisst. Unter den Opfern waren laut Rettungskräften zwei Helfer und vier Polizisten.

Bei ukrainischen Gegenangriffen wurde nach russischen Angaben eine Raffinerie bei Jaroslawl getroffen. Dort gab es zwei Verletzte. Wegen eines Drohnenalarms wurde der Betrieb an allen vier Moskauer Flughäfen zeitweise eingestellt. Das russische Militär teilte außerdem mit, 856 feindliche Drohnen abgefangen zu haben.

Unterdessen traf Selenskyj in Berlin ein. Bei seinem Gespräch mit Bundeskanzler Friedrich Merz sollten nach Angaben des ukrainischen Präsidenten auch die Flugabwehr und die Energieversorgung der Ukraine zur Sprache kommen. Für die kommende Woche wurde zudem eine neue Gesprächsrunde zwischen Russland, der Ukraine und den USA in Abu Dhabi angekündigt.


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