In mehreren Bundesländern hat die Polizei die Wohnungen mutmaßlicher Linksextremisten durchsucht. Die Ermittlungen richten sich unter anderem gegen den Verdacht, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.
An den Durchsuchungen waren das Landeskriminalamt Sachsen und die Staatsanwaltschaft Dresden beteiligt. Durchsucht wurden Wohnungen in Zwickau, Dresden, Leipzig, Saalfeld, Bremen und Hamburg.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen zwölf Männer im Alter zwischen 18 und 36 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, sich im Jahr 2022 zu einer kommunistischen Gruppe zusammengeschlossen zu haben. Die Gruppe soll unter dem Namen „Kollektiv Zwickau“ aufgetreten sein.
Nach Angaben der Ermittler verfolgte das Kollektiv das Ziel, bundesweit gegen rechtsradikale und menschenfeindliche Strukturen vorzugehen. Die Beschuldigten sollen sich über mehrere Jahre hinweg verabredet haben, ihre Ziele auch mit Straftaten durchzusetzen. Genannt werden Körperverletzungen und Sachbeschädigungen.
Während einer der Durchsuchungen soll ein Mann die eingesetzten Polizisten angegriffen haben. Er wurde daraufhin festgenommen. Gegen vier weitere Männer lagen den Angaben zufolge bereits Haftbefehle vor.
Alle fünf Festgenommenen sollen einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die Polizei stellte bei den Durchsuchungen Datenträger und Mobiltelefone als mögliche Beweismittel sicher.
Das Sächsische Innenministerium bezeichnet das „Kollektiv Zwickau“ als kommunistische, marxistisch-leninistisch geprägte Gruppe. Nach Ministeriumsangaben gehört sie zum bundesweiten Verband „Rote Jugend Deutschland“.
Der sächsische Verfassungsschutzbericht führt demnach an, dass sich die Gruppe regelmäßig über Instagram-Beiträge, die Teilnahme an Demonstrationen und einschlägige Symbole zum Kommunismus bekennt. Sie soll das Ziel verfolgen, eine revolutionäre kommunistische Einheitspartei aufzubauen.

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