Im US-Bundesstaat New York ist erstmals seit 30 Jahren ein Kind im Zusammenhang mit einer Maserninfektion gestorben. Das Kind lebte im ländlich geprägten Lewis County im Norden des Bundesstaates.
Weitere Angaben zum Alter, zum Krankheitsverlauf oder zum Impfstatus wurden zunächst nicht veröffentlicht. New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul zeigte sich erschüttert. „Als Mutter und Großmutter kann ich mir nicht vorstellen, was diese Familie gerade durchmacht“, erklärte sie.
Der Todesfall ereignete sich während eines starken Wiederanstiegs der Masern in den USA. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC wurden in diesem Jahr bereits 4852 Masernfälle registriert. Damit verzeichnen die Vereinigten Staaten den schwersten Anstieg der Erkrankungen seit Jahrzehnten.
In New York wurden bis zum 24. Oktober 178 Infektionen gemeldet. 170 davon entfielen auf Gebiete außerhalb von New York City.
Hochul erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen die Regierung in Washington. Der Todesfall sei eine „erschütternde Mahnung, was auf dem Spiel steht, wenn Washington gezielt jahrzehntelange Fortschritte beim Schutz der US-Bevölkerung vor vermeidbaren Krankheiten zunichtemacht“.
Unter US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat sich die Impfpolitik der Regierung verändert. Gesundheitsexperten sehen sinkende Impfquoten als einen wesentlichen Faktor für die Rückkehr der Masern.
Die Behörden weisen darauf hin, dass Masern nicht als harmlose Kinderkrankheit gelten. Nach Angaben der CDC muss etwa jeder fünfte ungeimpfte Patient mit Masern im Krankenhaus behandelt werden. Bei bis zu einem von 20 erkrankten Kindern entwickelt sich eine Lungenentzündung. Etwa eines von 1000 Kindern erleidet eine Gehirnentzündung.
New York hatte bereits Anfang Oktober den Katastrophennotstand ausgerufen. Gesundheitsbehörden rufen Eltern und Erwachsene dazu auf, ihren Impfstatus zu überprüfen.
In den USA galten Masern seit dem Jahr 2000 als eliminiert. Die CDC registrierte in diesem Jahr jedoch bereits drei Todesfälle im Zusammenhang mit Masern. Pennsylvania meldete fünf Todesfälle und untersucht einen möglichen weiteren Fall.
Auch Deutschland ist nicht masernfrei. Für 2024 wurden 645 Masernfälle erfasst, für 2025 bislang 227 Fälle. Für 2026 lag beim Robert Koch-Institut noch keine belastbare absolute Gesamtzahl vor. Die Nationale Lenkungsgruppe Impfen verwies zugleich auf Impflücken bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Jugendlichen und jüngeren Erwachsenen.

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