Jung Papier meldet erneut Insolvenz an – 155 Arbeitsplätze betroffen

Die Jung Papier GmbH, ein deutscher Hersteller von Toilettenpapier und weiteren Hygieneartikeln, hat erneut Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen will das Verfahren in Eigenverwaltung bewältigen. Das Amtsgericht Düsseldorf hat dem Antrag bereits zugestimmt.

Zum vorläufigen Sachwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Christian Holzmann von Brinkmann & Partner bestellt. Dr. Marc Oberhardt von der Kanzlei RSM Ebner Stolz unterstützt den Familienbetrieb im Verfahren.

Als Gründe für die erneute Krise nennt das Unternehmen steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal. Zusätzlich belasteten zunehmender Kostendruck und Überkapazitäten im Markt die Entwicklung. Die neue Marke „The Papermakers“ habe sich nach Angaben des Unternehmens zwar in den vergangenen drei Jahren im Handel etabliert. Marktanteile und Umsatz hätten jedoch offenbar nicht ausgereicht, um eine erneute Insolvenz zu verhindern.

Geschäftsführer Volker Jung erklärte, der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter. Die Eigenverwaltung solle dem Unternehmen ermöglichen, den Betrieb zu stabilisieren und die Gespräche mit Investoren gezielt fortzuführen.

Jung Papier entstand, nachdem die Jung Papier GmbH den Standort und Teile des Betriebs der insolventen Hakle GmbH übernommen hatte. Der Betrieb befindet sich im Düsseldorfer Stadtteil Reisholz. Dort wird nach Unternehmensangaben bereits seit 1905 Papier hergestellt.

Das Unternehmen produziert seit 2023 neben Toilettenpapier auch Küchenrollen, Gesichtstücher und feuchte Hygienepapiere für den europäischen Markt. Dazu gehören Produkte unter den Namen Clara, Lilla, Rosa und Camilla sowie verschiedene Handelsmarken für Supermärkte und Drogerien.

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Hersteller nach eigenen Angaben vorläufig rund 70 Millionen Euro Umsatz. Das waren 30 Millionen Euro weniger als geplant.

Die Marke Hakle gehörte zunächst noch zum Unternehmen. Die Markenrechte wurden jedoch im Rahmen der ersten Insolvenz an den italienischen Hersteller Sofidel verkauft. Bis 2024 stellte Jung Papier in Düsseldorf noch Hakle-Produkte her. Danach übernahm Sofidel die Marke vollständig, einschließlich der Fertigung.

Von dem Insolvenzverfahren sind 155 Mitarbeiter betroffen. Ihre Löhne und Gehälter sollen über das Insolvenzgeld bis einschließlich Januar 2027 gesichert sein. Nach Angaben des Sachwalters läuft die Suche nach einer Investorenlösung. Bei einer Gläubiger-Ausschusssitzung sollen die weiteren Schritte für die geplante Sanierung festgelegt werden.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert