Finnland droht mit einem Boykott russischer Teams bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland. Der finnische Eishockey-Verband will unter den aktuellen Bedingungen nicht gegen Russland antreten, solange der Krieg in der Ukraine andauert.
Auslöser ist eine Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS. Das Schiedsgericht gab der Berufung des russischen Eishockey-Verbandes gegen den Weltverband IIHF statt und hob den Ausschluss russischer Teams für die Saison 2026/2027 mit sofortiger Wirkung auf.
Damit wären russische Mannschaften bei der Männer-Weltmeisterschaft im Mai 2027 in Deutschland grundsätzlich wieder spielberechtigt. Russland war seit Ende Februar 2022 wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine von allen internationalen Turnieren und Weltmeisterschaften ausgeschlossen.
Heikki Hietanen, Präsident des finnischen Eishockey-Verbandes, bekräftigte die Haltung seines Verbandes. Die Linie laute, nicht gegen Russland zu spielen. Zugleich wolle Finnland möglichst viele Länder für eine gemeinsame Position gewinnen und der IIHF signalisieren, dass diese Staaten unter den aktuellen Umständen nicht gegen Russland antreten würden.
Auch in Deutschland hat das CAS-Urteil Konsequenzen ausgelöst. Der Deutsche Eishockey-Bund prüft, ob er die Weltmeisterschaft wie geplant ausrichten kann. DEB-Vorstandsvorsitzender Frank Lutz sagte bei MagentaSport, der Verband müsse sich auch mit der Möglichkeit befassen, die Weltmeisterschaft zurückzugeben. Zugleich wolle er die Austragung nicht grundsätzlich infrage stellen.
Die Bundesregierung bewertet die Entscheidung des CAS ebenfalls sehr kritisch. Ein Regierungssprecher teilte auf Anfrage mit, dass sich die Bundesregierung zeitnah mit dem Deutschen Eishockey-Bund über mögliche Folgen des Urteils austauschen werde. Dabei gehe es auch um die Eishockey-Weltmeisterschaft 2027 in Deutschland.

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