Carolin Kebekus gesteht ungewöhnliche Erziehungsmethoden

Carolin Kebekus spricht offen über den Alltag als Mutter und darüber, dass sie den Anspruch an eine «perfekte Mutter» nicht erfüllt. Ihre Erziehung beruhe inzwischen auf «Lüge, Erpressung und Bestechung», sagte die Comedienne der Nachrichtenagentur dpa.

Vor der Geburt ihres Kindes habe sie sich vorgenommen, stets geduldig alles zu erklären und niemals auf Notlügen zurückzugreifen. Im Familienalltag halte sie sich daran jedoch nicht immer. So habe sie ihrem Kind schon mehrfach erzählt, der Zoo sei geschlossen und könne deshalb nicht besucht werden.

Auch beim Wunsch nach der «Sendung mit der Maus» greife sie gelegentlich zu Ausreden. Dann sage sie, die Maus schlafe oder sei krank. In diesem Alter funktioniere das noch, erklärte Kebekus. Sie frage sich allerdings, wie lange ihr Kind diese Erklärungen noch akzeptieren werde.

Das Kind der 46-Jährigen ist knapp drei Jahre alt. Kebekus berichtete außerdem, dass es inzwischen Kaugummi kaue. Eigentlich sei das nichts für Kleinkinder. In der großen Patchwork-Familie gebe es jedoch viele andere Kinder, die bestimmte Verhaltensweisen vorlebten.

Auch ihren Vorsatz, keinen Zucker zu geben, konnte Kebekus nicht dauerhaft einhalten. Sie habe ihn ein Jahr lang durchgezogen, am ersten Geburtstag sei damit aber Schluss gewesen. An diesem Tag habe es Salted-Caramel-Eis gegeben.

Mit ihren Erfahrungen beschreibt die Komikerin den Druck, dem viele Mütter ausgesetzt seien: von pädagogisch wertvollem Verhalten über selbst gekochte Mahlzeiten bis hin zum Anspruch, niemals vom eigenen Kind genervt zu sein. Sie selbst erfülle dieses Bild der perfekten Mutter nicht.

Darüber hinaus sammelt Kebekus Elternmythen aus früheren Zeiten. Als Beispiel nannte sie eine Geschichte aus ihrer Familie: Ihrer Cousine und ihrem Cousin sei früher erzählt worden, der Videorekorder funktioniere nur bei Regen. Bei einem Besuch hätten die beiden deshalb überrascht festgestellt, dass das Gerät trotz Sonnenschein lief.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Kebekus mit dem SPIEGEL über verschiedene Situationen gesprochen, in denen Mütter aus ihrer Sicht das Gefühl bekommen können, zu versagen.


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