Boris Becker kann sich nicht vorstellen, Alexander Zverev als Trainer zu betreuen. Der sechsmalige Grand-Slam-Sieger nannte dafür sowohl die Struktur in Zverevs Umfeld als auch private Gründe.
„Ich muss der Chef im Ring sein“, sagte Becker dem „Spiegel“. Wenn ein Familienmitglied im Team eine andere Meinung vertrete und zudem Russisch spreche, funktioniere eine Zusammenarbeit für ihn nicht.
Alexander Zverev wird seit seiner Kindheit von seinem Vater Alexander trainiert. Auch sein Bruder Mischa ist eng in die Karriere des 29-Jährigen eingebunden. Becker beschrieb dieses Umfeld als „Familienunternehmen“, an dem die Beteiligten an Werbeverträgen und Preisgeldern mitverdienten.
„Und das jüngste Familienmitglied ist der Kern des Unternehmens. Ich hätte das mit meinem Vater und meiner Schwester so nicht machen können“, sagte der 58-Jährige.
Auch der hohe Reiseaufwand eines Trainers spreche für Becker gegen eine feste Zusammenarbeit. „Der Job des Tennistrainers bedeutet extrem viel reisen, fast jede Woche. Das möchte ich meiner Familie nicht antun“, erklärte er.
Becker hatte von 2013 bis 2016 erfolgreich Novak Djokovic betreut. Eine Tätigkeit als Mentor könne er sich weiterhin vorstellen, etwa bei einzelnen Grand-Slam-Turnieren, Masters-Events oder in einem Trainingslager. Entsprechende Anfragen gebe es bereits, Namen nannte Becker jedoch nicht.
„Mal schauen, was nächstes Jahr passiert. Aber dass ich im August meine Koffer packe und im Oktober erst wieder nach Hause komme, das mache ich nicht mehr“, sagte Becker.
Für Zverev steht als nächstes das Masters in Paris an. Dort besitzt er zunächst ein Freilos. Sein erster Gegner ist der Italiener Lorenzo Musetti, der Zverev im Viertelfinale der Olympischen Spiele 2024 ebenfalls in Paris besiegte. Zverev gewann das Turnier 2024.

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