Bericht: USA greifen iranische Insel Qeschm nahe der Straße von Hormus an

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US-Streitkräfte sollen nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ die iranische Insel Qeschm angegriffen haben. Der Einsatz habe am Montag stattgefunden und sei Teil einer Reihe kleinerer, bislang geheim gehaltener Angriffe der vergangenen Wochen gewesen.

Qeschm liegt direkt an der Straße von Hormus, einer wichtigen Schifffahrtsroute. Nach Angaben der US-Regierung lagert Iran auf der Insel ballistische Raketen. Außerdem befinden sich dort ein Marinestützpunkt und eine Entsalzungsanlage.

US-Regierungsvertreter bezeichneten die jüngsten Angriffe laut dem Bericht als defensiv. Die Operationen seien weitgehend unter Verschluss geblieben, weil Washington nicht den Eindruck erwecken wolle, die großen Kampfhandlungen gegen Iran wieder aufzunehmen.

Der mutmaßliche Angriff fällt in eine Phase widersprüchlicher Signale von US-Präsident Donald Trump. Bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa sagte Trump, der einzige Grund, warum die USA mit Iran noch nicht „fertig“ seien, sei seine Bereitschaft, zunächst möglichst viele Menschenleben zu retten. Zugleich drohte er damit, Iran werde „irgendwann“ den „Hammer“ zu sehen bekommen.

Einen Tag später verneinte Trump auf die Frage, ob die USA nach den Zwischenwahlen ihre Angriffe auf Iran wieder aufnehmen würden. Bei einer Rede in Washington erklärte er zudem, die USA hätten einen Krieg mit Iran gewonnen. Seit Monaten werde nicht mehr gekämpft, sagte der Präsident. Außerdem erklärte Trump, die USA kontrollierten die Straße von Hormus.

Der Bericht über den Angriff auf Qeschm kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Vertreter der USA und Irans arbeiten gleichzeitig an einer möglichen Friedensvereinbarung. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte nach der Abreise seines Verhandlungsteams aus Katar, die Gespräche über Vermittler seien sehr intensiv. Teheran habe seine Bedingungen und Vorschläge vorgelegt. Alles hänge von der politischen Vernunft Washingtons ab, sagte Araghtschi.

Während Iran damit auf Verhandlungen verweist, hält das Land laut dem Bericht zugleich an seiner militärischen Präsenz auf Qeschm fest. Die USA setzen offenbar weiterhin auf militärischen Druck, ohne offiziell eine vollständige Wiederaufnahme der Kampfhandlungen anzukündigen.


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