Studie sieht deutlichen Rückgang beim täglichen Sprechen

Menschen sprechen offenbar deutlich weniger als früher. Eine von der University of Arizona angeführte Studie kommt laut einer Kolumne zu dem Ergebnis, dass die durchschnittliche tägliche Gesprächsmenge gesunken ist.

Demnach wurden im Jahr 2005 noch durchschnittlich 16.000 Wörter pro Tag gesprochen. Weniger als 15 Jahre später seien es nur noch 12.000 Wörter gewesen. Das entspricht einem Rückgang um 4.000 Wörter.

Die Kolumne stellt dabei nicht nur die Menge des Gesprochenen infrage. Sie wirft auch die Frage auf, welche Begriffe und Inhalte möglicherweise seltener verwendet werden. Genannt werden unter anderem „Respekt“, „Verständnis“, „Kompromiss“ und „miteinander“.

Sprache wird in dem Beitrag als eine zentrale menschliche Fähigkeit beschrieben. Durch sie können Menschen streiten, sich entschuldigen, sich versöhnen, einander trösten, Wissen weitergeben und Gedanken austauschen.

Gleichzeitig werde nicht nur weniger miteinander gesprochen. Auch das Zuhören falle vielen Menschen offenbar schwerer. In Gesprächen werde häufig unterbrochen oder eine Meinung verworfen, bevor sie vollständig formuliert sei.

Als weiteres Problem beschreibt die Kolumne abgeschottete Blasen, in denen Menschen vor allem mit Gleichgesinnten kommunizieren. Wo kaum Widerspruch auftauche, seien auch weniger Worte nötig. Das könne zwar bequem sein, mache die Beteiligten nach Einschätzung des Beitrags aber nicht klüger.

Die Kolumne warnt außerdem davor, dass Sprachlosigkeit Polarisierung und Radikalisierung fördern könne. Wer bei Gesprächsversuchen regelmäßig unterbrochen, belehrt oder niedergeschrien werde, könne irgendwann den Mut verlieren, sich überhaupt noch zu äußern.

Schweigen könne sinnvoll sein, wenn Menschen über Argumente nachdächten oder anderen aufmerksam zuhörten. Aus Bequemlichkeit oder aus Angst vor Widerspruch sei es jedoch kein Gewinn, heißt es in dem Beitrag.

Am Ende steht ein Appell für mehr Austausch. Menschen sollten wieder häufiger miteinander sprechen und zuhören. Dafür könnten bereits kurze Sätze wie „Ich liebe dich“, „Ich verstehe dich“ oder „Ich respektiere dich“ ein Anfang sein.


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