In Deutschland könnten in den kommenden Tagen die ersten Schneeflocken fallen. Betroffen wären zunächst vor allem die Mittelgebirge ab etwa 600 bis 800 Metern Höhe. In den Alpen ist Schnee laut Meteorologe Dominik Jung auch in tieferen Lagen möglich.
Hintergrund ist eine mögliche Störung des Polarwirbels über der Arktis. Dabei handelt es sich um ein großes Tiefdrucksystem in der Stratosphäre in rund 15 bis 50 Kilometern Höhe. Solange der Wirbel stabil bleibt, hält er die Kaltluft weitgehend am Nordpol zurück. Wird er geschwächt oder verformt, kann arktische Luft nach Süden strömen.
Von einem flächendeckenden Wintereinbruch in Deutschland kann derzeit jedoch keine Rede sein. Das Wetter bleibt in den nächsten Tagen zunächst wechselhaft. Nach dem Durchzug von Fronten kann kalte Luft zwar wiederholt weit nach Süden vordringen. In den höheren Mittelgebirgslagen wären dann erste Schneeflocken möglich.
Im Flachland müssen sich Schnee-Fans dagegen noch gedulden. Allenfalls bei einem stärkeren Kaltluftvorstoß könnten sich dort nasse Flocken unter den Regen mischen.
Eine Veränderung des Polarwirbels führt zudem nicht automatisch zu Schnee oder eisigen Temperaturen in Deutschland. Nach Angaben von Jung können zwei bis vier Wochen vergehen, bis sich solche Vorgänge in der Stratosphäre auf das Wetter am Boden auswirken. Mitunter bleibt eine spürbare Wirkung auch vollständig aus. Zudem ist offen, in welche Richtung die arktische Kaltluft zieht. Möglich wären neben Deutschland auch Osteuropa, Russland, Skandinavien oder Nordamerika.
Für Sonntag erwartet der Deutsche Wetterdienst überwiegend wolkiges Wetter. Zeitweise soll Regen oder Sprühregen fallen, regional kann es längere trockene Abschnitte geben. Die Temperaturen liegen nach Angaben von DWD-Meteorologe Markus Eifried in Deutschland zwischen 8 und 12 Grad. In südlicheren Teilen Bayerns werden 4 bis 7 Grad erwartet.
Die höchsten Werte werden mit bis zu 13 Grad auf Sylt und Helgoland erreicht. Ursache ist dort weiterhin die warme Luft über der Nordsee. Gleichzeitig haben Herbststürme in der Nordsee bereits Wellen von bis zu 14 Metern Höhe aufgetürmt. Vor Sylt waren die Wellen bis zu zehn Meter hoch.

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