Der Demokrat James Talarico will bei der Senatswahl in Texas Geschichte schreiben. Der 37-Jährige strebt als erster Demokrat seit 33 Jahren einen Sitz des Bundesstaats im US-Senat an.
Bei einer Veranstaltung im Bayou Music Center in Houston trat Talarico vor rund 2500 Anhängern auf. Der frühere Lehrer, Lokalpolitiker und angehende presbyterianische Pastor präsentierte sich als Außenseiter und versprach, Texas für die Demokraten zurückzugewinnen.
Besonders kritisch äußerte sich Talarico über den Einfluss von Tech-Milliardären im Bundesstaat. Er beklagte, dass Texas den Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz unterstütze. Seine Anhänger reagierten mit großem Jubel.
Die Demokraten sehen in der Wahl eine besondere Chance. US-Präsident Donald Trump gilt laut dem Bericht als historisch unpopulär. Dadurch könnten auch Anhänger der Republikaner den Zwischenwahlen fernbleiben.
Talaricos wichtigster Rivale ist Ken Paxton. Der Republikaner wird im Bericht als durch Korruptionsskandale und Frauenaffären geschwächt beschrieben. Zusätzlich wenden sich demnach Teile der Latino-Gemeinde von den Republikanern ab. Sie stellt laut dem Bericht 32 Prozent der Wahlberechtigten in Texas.
Talarico führt seinen Wahlkampf mit einem Bus auch durch ländliche Regionen. Seine politischen Gegner greifen ihn wegen früherer als „woke“ bezeichneter Positionen an. Dazu zählt seine Aussage, Gott sei geschlechtsneutral.
Auch Donald Trump attackiert den Demokraten öffentlich und bezeichnet ihn unter anderem als „ultraliberalen Halb-Irren“. Talaricos Unterstützer sehen die Angriffe offenbar als zusätzlichen Ansporn. Einige tragen T-Shirts mit der Aufschrift „I am a Talafreako“.
Unterstützung erhält Talarico zudem aus dem Umfeld der Bush-Familie. Neil Bush stimmte laut dem Bericht für ihn. Barbara Bush spendete demnach 2500 Dollar an Talaricos Wahlkampfkasse.
Der Wahlkampf wird zugleich von hohen Ausgaben begleitet. Elon Musk soll 160 Millionen Dollar investiert haben. Insgesamt hätten beide Parteien bisher 1,5 Milliarden Dollar ausgegeben. Damit wäre es die teuerste Zwischenwahl-Schlacht in einem US-Bundesstaat.
Bei jungen Wählern punktet Talarico laut dem Bericht mit seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten. Sollte er die Wahl gewinnen, könnte er später sogar eine Präsidentschaftskandidatur für 2028 anstreben.

Schreibe einen Kommentar