Krawalle bei Jugendprotesten: Polizei setzt in mehreren Städten Wasserwerfer ein

Bei zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist die Lage am Abend des 31. Oktober in mehreren deutschen Städten eskaliert. In Frankfurt am Main wurden Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert. Zudem sollen Molotowcocktails geworfen und Polizisten verletzt worden sein.

Auch in Berlin kam es zu Angriffen. Dort flogen laut dem vorliegenden Bericht Flaschen, Böller und Eier. In Hamburg brannten Barrikaden. Auf der Domplatte in Köln wurden Krawalle gemeldet. In mehreren Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein.

Die Proteste richteten sich unter anderem gegen die Wehrpflicht und forderten einen besseren Klimaschutz. Sie standen im Zusammenhang mit der Initiative „Gen Z regelt“. Nach Angaben des Berichts schlugen gewaltbereite Gruppen später in die Veranstaltungen um.

Im Lagezentrum des Bundesinnenministeriums verfolgte Innenminister Alexander Dobrindt die Entwicklung gemeinsam mit Mitarbeitern des Krisenstabs. Zu den Anwesenden gehörten demnach Verfassungsschutzpräsident Sinan Selen und der Chef der Bundespolizei, Dieter Romann.

Nach Darstellung des Berichts setzte die Polizei auf das sogenannte „Greiferprinzip“. Spezialkräfte hätten sich demnach in Sechsergruppen durch die Menge bewegt, besonders aggressive Rädelsführer identifiziert und aus den Protestzügen gezogen. In Berlin wurden dabei zwei Polizeibeamte leicht verletzt.

Kurz vor 23 Uhr wurde außerdem gemeldet, dass zwei Waffen, die aus einem Waffengeschäft in Frankfurt gestohlen worden waren, sichergestellt wurden. Weitere Details zu den Hintergründen und möglichen Drahtziehern lagen laut Bericht zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich vor.

Dobrindt bezeichnete die Proteste bis zum späten Abend als überwiegend friedlich. Zugleich stellte er klar, dass Gewalt gegen Einsatzkräfte nicht vom Demonstrationsrecht gedeckt sei.

Gegen 23 Uhr verließ der Minister das Ministerium und fuhr zum Hackeschen Markt in Berlin. Dort sprach er mit Einsatzkräften und dem Einsatzleiter. Gegenüber BILD dankte Dobrindt der Polizei und erklärte, das Konzept aus hoher Einsatzbereitschaft und dezentraler Kräfteaufstellung sei bislang aufgegangen.


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