Der Ebola-Ausbruch im Kongo hat nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums bereits 5026 Menschen das Leben gekostet. Insgesamt wurden 10.351 Infektionen registriert. Damit stirbt dort fast jeder zweite Erkrankte.
Nach den vorliegenden Angaben gilt der Ausbruch schon jetzt als der zweittödlichste in der Geschichte. Verursacht wird die Epidemie durch das Bundibugyo-Virus. Der Ausbruch wurde Mitte Mai erklärt und traf die Behörden offenbar unvorbereitet.
Ein Ende der Entwicklung ist derzeit nicht absehbar. Jede Woche kommen zwischen 400 und 500 neue Fälle hinzu. Die Zahlen gehen nicht zurück. Nach Einschätzung der Infektiologin Boghuma Titanji von der Emory University liegt die Zahl der Fälle auf einem sehr hohen Niveau.
Weniger als ein Viertel der neuen Infektionen lässt sich bekannten Kontaktketten zuordnen. Drei von vier Fällen werden demnach außerhalb dieser nachverfolgbaren Kontakte entdeckt. Erschwert wird die Eindämmung zudem durch Misstrauen in der Bevölkerung und gekürzte Hilfen.
Die Infektiologin Wendy Armstrong warnt, die Lage sei noch weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein. Für das im Kongo verbreitete Bundibugyo-Virus gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. Der Ebola-Impfstoff Ervebo wurde gegen die Zaire-Variante entwickelt. Ob er auch vor dem Bundibugyo-Virus schützt, ist nach den vorliegenden Informationen nicht sicher.
Etwa 30 bestätigte Fälle wurden bereits außerhalb des Kongos gemeldet, unter anderem in Kenia, Nigeria und Uganda. Als besonders gefährdet gelten arme Konfliktregionen wie der Südsudan.
Eine weitere Ausbreitung bis nach Europa wird in dem Bericht dennoch als wenig wahrscheinlich eingeschätzt. Ebola ist demnach bereits ab dem Beginn der Symptome ansteckend. Zu den ersten Anzeichen zählen plötzliches Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsschmerzen sowie starke Schwäche.
Nach wenigen Tagen können Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Hautausschlag hinzukommen. In schweren Fällen drohen Nieren- und Leberversagen, innere und äußere Blutungen, Schock und Multiorganversagen.
Das Virus wird über Körperflüssigkeiten wie Blut, Erbrochenes oder Sperma übertragen. Schwer erkrankte Menschen sind nach den Angaben nicht mehr reisefähig und fallen schnell auf. In Europa könnten Behörden Infizierte zudem unmittelbar isolieren und Kontaktpersonen nachverfolgen. Im Kongo gelingt diese Eindämmung bislang nicht ausreichend.

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