Warum Bambus nicht in den Kamin gehört

Bambus sollte nicht in einem herkömmlichen Kamin oder Kaminofen verbrannt werden. Darauf weisen Schornsteinfeger hin. Die Pflanze ist nach der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung kein zulässiger Brennstoff für Anlagen, die für Scheitholz vorgesehen sind.

Wer Bambus im Garten hat, muss die schnell wachsenden Halme regelmäßig zurückschneiden. Dabei fallen häufig dicke, verholzte Stücke an. Als Ersatz für Brennholz eignen sie sich jedoch nicht. Obwohl Bambus äußerlich an Holz erinnert, gehört die Pflanze botanisch zu den Gräsern.

Nach Angaben von Iris Dohmen vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks können ganze Bambusrohre beim Erhitzen zu einem zusätzlichen technischen Risiko werden. Die Halme sind durch Knoten in einzelne Abschnitte unterteilt. Dadurch können abgeschlossene Hohlräume entstehen.

Beim Erwärmen können sich in diesen Bereichen Druck und Wasserdampf aufbauen. Die Halme können dann mit einem Knall aufplatzen. Dabei besteht die Gefahr, dass Glut und brennende Teilchen aus dem Feuer herausgeschleudert werden.

Auch der Feuchtigkeitsgehalt spielt eine Rolle. Frischer Bambus enthält vergleichsweise viel Wasser. Das verringert den nutzbaren Energieertrag und kann eine unvollständige Verbrennung begünstigen.

Trockenes oder abgestorbenes Material darf deshalb nicht einfach im Kamin verbrannt werden. Die rechtliche Einordnung ändert sich dadurch nicht. Bei einer ungünstigen Verbrennung können zudem Ruß und brennbare Ablagerungen entstehen. Dadurch kann das Risiko eines Schornsteinbrandes steigen.

Je nach Bambusart können Asche und mineralische Bestandteile außerdem Ablagerungen oder Korrosion begünstigen. Bambusschnitt sollte daher nach Einschätzung der Expertin bei der örtlichen Grüngutannahme abgegeben werden.


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