Kritische russische Zeitung Nowaja Gaseta kündigt Schließung an

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Die kremlkritische russische Zeitung »Nowaja Gaseta« stellt ihren Betrieb ein. Die Redaktion kündigte auf ihrer Website an, am 9. November das Licht in ihrem Haus auszuschalten. Dort habe die Zeitung 30 Jahre lang gearbeitet.

»Nowaja Gaseta« war 1993 gegründet worden und galt als eine der letzten kritischen Stimmen in Russland. In einer Erklärung schrieb die Redaktion: »Man hat uns getötet.«

Die Zeitung war im September vom russischen Justizministerium in das Register der »ausländischen Agenten« aufgenommen worden. Einen Tag vor der Ankündigung der Schließung war außerdem bekannt geworden, dass die Redaktion ihr Gebäude räumen muss. Dort war sie fast 30 Jahre lang untergebracht.

Als weiteren Grund nannte die Redaktion den Entzug finanzieller Mittel. Zusammen mit dem Räumungsbescheid sei das Spendensystem abgeschaltet worden, über das Leser die Zeitung unterstützen konnten. Die »Nowaja Gaseta« sprach von einer koordinierten Aktion. Banken hätten den Schritt mit internen Unternehmensvorschriften begründet.

Die Zeitung und ihre Journalisten waren in den vergangenen Jahren zunehmend unter Druck geraten. Nach Angaben der Redaktion arbeitete sie fast fünf Jahre lang »inmitten einer dichten Umzingelung durch die Geheimdienste«.

In dieser Zeit wurden die Websites der Zeitung gesperrt und der Redaktion die Registrierung als Medienunternehmen entzogen. Der frühere Chefredakteur Dmitrij Muratow, der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, wurde ebenfalls zum »ausländischen Agenten« erklärt.

Auch mehrere Journalisten der Zeitung erhielten diese Einstufung. Gegen den Journalisten Oleg Roldugin wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Zudem gab es Durchsuchungen in der Redaktion und in der Wohnung des Chefredakteurs Sergej Sokolow.


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