Russische Eishockeymannschaften dürfen in der Saison 2026/2027 wieder an Veranstaltungen des internationalen Eishockeyverbands IIHF teilnehmen. Das entschied der Internationale Sportgerichtshof CAS und hob damit den Ausschluss Russlands durch den Weltverband auf.
Die Entscheidung betrifft unter anderem die Weltmeisterschaften der Männer und Frauen. Gastgeber der Männer-WM 2027 ist Deutschland. Auch bei der Frauen-WM im November 2027 in Kanada sowie bei Junioren- und U18-Weltmeisterschaften darf Russland antreten.
Eine Teilnahme an der Männer-WM in Deutschland ist damit grundsätzlich erlaubt. Ob Russland sich tatsächlich für das Turnier qualifiziert, ist durch das Urteil jedoch nicht entschieden.
Der CAS begründete seine Entscheidung damit, dass keine ausreichenden Beweise vorlägen, um die von der IIHF angeführten Sicherheitsbedenken zu stützen. Der Weltverband hatte russische Teams seit dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 von seinen Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Auch bei den olympischen Eishockeyturnieren dieses Jahres war Russland nicht vertreten.
Die IIHF reagierte enttäuscht auf das Urteil. Der Verband erklärte, er halte den Ausschluss weiterhin für notwendig, um die Sicherheit aller Teilnehmer zu schützen und die Integrität seiner Wettbewerbe zu wahren. Zugleich respektiere die IIHF die Autorität des CAS und werde entsprechend der Entscheidung handeln.
Der russische Sportminister Michail Degtjarjow schrieb beim Messenger-Dienst Telegram, der CAS habe die Forderungen des russischen Eishockeyverbands in zentralen Punkten als berechtigt anerkannt.
Der Deutsche Eishockey-Bund kritisierte die Wiederzulassung scharf. Vorstandschef Frank H. Lutz sagte, die Haltung des Verbands sei unverändert: Man lehne die Rückkehr russischer Nationalmannschaften zu internationalen Eishockeyturnieren ab.
Das Urteil verändere die Ausgangslage für die WM 2027 in Deutschland grundlegend, erklärte Lutz. Eine Zulassung Russlands habe für den Gastgeber erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen. Der Deutsche Eishockey-Bund will die Entscheidung nun gemeinsam mit der IIHF auswerten und über die nächsten Schritte informieren.

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