Bolsonaro-Verbündete weisen Flávios Wahlbetrugsvorwürfe zurück

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Nach seiner Ausreise in die USA stößt Flávio Bolsonaro mit unbelegten Vorwürfen über Wahlbetrug auf Widerstand im eigenen politischen Lager. Der unterlegene Präsidentschaftskandidat hatte sich aus Miami zum rechtmäßigen Präsidenten Brasiliens erklärt.

Valdemar Costa Neto, Vorsitzender der rechten Partei PL, distanzierte sich von dem offenen Brief Bolsonaros. „Niemand hat den Brief gebilligt. (…) Wir wollen das Land voranbringen“, sagte Costa Neto. Auch Flávios Vater Jair Bolsonaro habe von der Ausreise seines Sohnes nichts gewusst, erklärte der Parteivorsitzende nach einem Besuch beim ehemaligen Staatschef.

Flávio Bolsonaro hatte nach seiner Niederlage gegen Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva die Wahl als „abscheulichen Wahlbetrug“ bezeichnet. Zunächst erklärte er sich zum „wahren“ und „gewählten Präsidenten“ Brasiliens, später änderte er die Formulierung in „Anführer“ des Landes. An den Betrugsvorwürfen hielt er jedoch fest.

Beweise für eine Manipulation legte Bolsonaro nicht vor. Die Wahlbehörde bestätigte Lulas Sieg mit 51,8 Prozent der Stimmen. Bolsonaro kam demnach auf 48,2 Prozent.

Auch Rogério Marinho, Bolsonaros früherer Wahlkampfkoordinator, wies die Anschuldigungen zurück. „Die PL kann diese Behauptung nicht aufstellen, und ich kann sie ebenfalls nicht aufstellen, denn es gibt keine Beweise dafür“, sagte Marinho. Zugleich bezeichnete er Bolsonaro weiterhin als eine der wichtigsten Figuren der brasilianischen Rechten.

Tarcísio de Freitas, Gouverneur von São Paulo und ein wichtiger Verbündeter Bolsonaros, forderte ebenfalls, das Wahlergebnis anzuerkennen. Er erklärte, er verstehe Flávios Gefühle und seine Empörung. Dennoch müsse das Ergebnis respektiert und nach vorne geschaut werden.

Die Ausreise erfolgte nach Angaben aus dem vorliegenden Material trotz eines gerichtlichen Verbots im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Geldwäsche. Bolsonaro überquerte mit seiner Familie am Dienstagabend die Grenze nach Argentinien und flog anschließend über Ecuador nach Miami. Medienberichten zufolge nutzte er in Argentinien seinen italienischen Reisepass.

Die argentinische Abgeordnete Marcela Pagano erstattete daraufhin Anzeige gegen Präsident Javier Milei. Sie beantragte Ermittlungen wegen möglicher Pflichtverletzung von Amtsträgern. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück. Kabinettschef Diego Santilli sagte, Bolsonaro sei mit ordnungsgemäßen Papieren ein- und wieder ausgereist.

Zuvor war Bolsonaro einer Anordnung des Obersten Gerichts in Brasilien nicht nachgekommen, seine Reisepässe innerhalb von 24 Stunden abzugeben. Er weist ein Fehlverhalten zurück und spricht von politischer Verfolgung.


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