Russlands Präsident Wladimir Putin hat erklärt, sein Land sei auf einen Krieg mit Europa vorbereitet. Zugleich betonte er, Russland wolle keinen solchen Konflikt, und warnte vor einer Eskalation ohne Gewinner.
Putin äußerte sich auf einer Pressekonferenz nach dem Russland-Afrika-Gipfel in Moskau. Anlass waren europäische Warnungen vor einem möglichen Krieg mit Russland bis 2030.
In der aus dem Russischen übersetzten Erklärung sagte Putin: „Wir sind erstens bereit. Aber wir wollen keinen Krieg mit Europa. Wenn jemand einen will, soll er sich vorbereiten.“
Der russische Präsident erklärte außerdem, der Westen habe sein Ziel einer strategischen Niederlage Russlands bislang nicht erreicht. Auch bis 2030 werde dies seiner Darstellung zufolge kaum gelingen. Für den Fall einer weiteren Zuspitzung warnte Putin: „Wenn die Dinge zu weit gehen, wird es überhaupt keine Gewinner geben. Das sollte niemand vergessen.“
Putin bezog seine Warnungen auch auf die Ostsee. Dort hätten die Spannungen in den vergangenen Monaten zugenommen. Russische Kriegsschiffe, die sogenannte Schattenflotte und wiederholte Beschädigungen kritischer Unterwasserinfrastruktur beschäftigen dem Bericht zufolge europäische Sicherheitsbehörden.
Der Kremlchef verglich die mögliche Entwicklung in der Ostsee mit der Straße von Hormus, einem wichtigen Seeweg für den weltweiten Ölhandel. Hintergrund sind auch europäische Maßnahmen gegen die russische Schattenflotte, mit denen Moskau westliche Ölsanktionen umgeht.
Für zusätzliche Spannungen in Europa sorgte ein Telefonat Putins mit zwei europäischen Staats- und Regierungschefs. Zwei Tage vor seinen Äußerungen sprach er rund 90 Minuten mit Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre.
Themen des Gesprächs waren der Krieg in der Ukraine, die Sicherheitslage in Nordeuropa und die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Schweden und Dänemark kritisierten anschließend, die Initiative sei nicht ausreichend abgestimmt gewesen.

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