Ex-BND-Chef August Hanning soll an Leukämie erkrankt sein

Der frühere Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, sitzt weiterhin in Untersuchungshaft in Münster. Nach Berichten von „WELT“ und „BILD“ soll der 80-Jährige an Leukämie erkrankt sein.

Hanning befindet sich demnach in der Justizvollzugsanstalt Münster in Einzelhaft. Für Untersuchungshäftlinge sei dabei täglich eine Stunde Freigang vorgesehen.

Der Ex-BND-Chef war am 6. Oktober in seinem Haus in Nordrhein-Westfalen festgenommen worden. Die Generalbundesanwaltschaft wirft ihm Landesverrat, das Auskundschaften von Staatsgeheimnissen und geheimdienstliche Agententätigkeit vor.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht der Geheimdienstmitarbeiter Manfred D. Er soll Hanning seit mindestens 2022 gegen Geld mit streng geheimen Informationen aus dem BND versorgt haben. Insgesamt sollen rund 2000 Dokumente übermittelt worden sein. Hannings Anwalt bestätigte zwischenzeitlich, dass sein Mandant vertrauliche Unterlagen besessen habe. Dabei soll es sich jedoch ausdrücklich nicht um Informationen zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland gehandelt haben.

Nach Informationen der „WELT“ erhielt Hanning bereits vor etwa einem Jahr die Diagnose Leukämie. Vor seiner Inhaftierung sei er dauerhaft von Hämatologen in Münster kontrolliert worden. Seine Blutwerte hätten regelmäßig überprüft und die Medikamentengabe fortlaufend angepasst werden müssen.

Ein medizinisches Gutachten ist laut einem Hanning-Vertrauten Bestandteil einer Haftbeschwerde beim Bundesgerichtshof. Darin gehe es um die Leukämieerkrankung. Nach Darstellung des Vertrauten könne die medizinisch notwendige Versorgung in der Justizvollzugsanstalt nicht gewährleistet werden.

In der Untersuchungshaft gebe es eine Allgemeinmedizinerin, die den besonderen Anforderungen nicht gerecht werde. Wegen der Erkrankung sei Hannings Immunabwehr „extrem herabgesetzt“, wodurch für ihn ein erhöhtes Infektionsrisiko bestehe. Im vergangenen Jahr habe er zudem eine schwere Lungenentzündung gehabt.

Eine Haftprüfung soll in der kommenden Woche stattfinden. Nach Angaben des Vertrauten bestehen gute Chancen, dass Hanning dabei aus der Untersuchungshaft entlassen oder von der Haft verschont wird. Als weiterer Grund wird genannt, dass keine Fluchtgefahr bestehe.


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