Die Farbe des Eigelbs verrät vor allem, was eine Legehenne gefressen hat. Ein kräftig orangefarbener Dotter gilt zwar vielen Verbrauchern als Zeichen für besonders gute Qualität oder mehr Nährstoffe. Tatsächlich lassen sich daraus jedoch weder der Gesundheitswert noch die Frische oder die Haltungsform des Huhns zuverlässig ableiten.
Für die Färbung sind natürliche Farbstoffe verantwortlich, die über das Futter aufgenommen werden. Astrid Donalies vom Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) erklärt, dass die Dotterfarbe durch die Einlagerung gelber und roter Pigmente entsteht.
Diese Farbstoffe können unter anderem aus Paprika, Kurkuma, Luzerne oder Tagetes stammen. Sie dürfen laut den Angaben auch künstlich hergestellt werden. Je mehr Carotin das Futter enthält, desto stärker kann sich die Farbe des Eigelbs von Gelb in Richtung Orange verändern.
Ein dunkler Dotter sagt dabei nichts über den Nährstoffgehalt des Eis aus. Zwar befinden sich die meisten Vitamine, Mineralstoffe sowie Fett und Eiweiß im Eigelb. Ob dieses hell oder intensiv gefärbt ist, lässt jedoch keinen Rückschluss auf die enthaltene Menge dieser Bestandteile zu.
Auch die Frische eines Eis lässt sich nicht an der Farbe erkennen. Hinweise darauf geben vielmehr die Eigenschaften des aufgeschlagenen Eis: Bei einem frischen Ei ist der Dotter stärker gewölbt. Außerdem lassen sich im Eiklar noch klar zähflüssige und dünnflüssige Bereiche unterscheiden.
Die Dotterfarbe ist zudem kein verlässliches Kennzeichen für ein Bio-Ei. Auch Eier aus ökologischer Haltung können zeitweise ein helleres Eigelb haben, etwa wenn die Hennen im Winter weniger Grünfutter aufnehmen.
Welche Haltungsform tatsächlich vorliegt, lässt sich laut Donalies sicher nur anhand des Erzeugercodes auf der Eierschale oder der Verpackung feststellen. Die Farbe des Eigelbs gibt somit weder verlässlich Auskunft über die Haltung noch über Qualität, Nährstoffgehalt oder Frische.

Schreibe einen Kommentar