Afghanistans Opiumproduktion steigt trotz Taliban-Verbot deutlich

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Die Opiumproduktion in Afghanistan ist nach Angaben der Vereinten Nationen innerhalb eines Jahres um etwa 400 Prozent gestiegen. Damit nahm sie erstmals seit dem von den Taliban verhängten Anbauverbot wieder deutlich zu.

Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) in Wien berichtet, dass 2026 auf rund 43.000 Hektar Schlafmohn angebaut wurde. Im Jahr 2025 waren es demnach noch 10.000 Hektar. Schlafmohn ist die Grundlage für die Herstellung von Opium.

Auch die produzierte Menge wuchs stark: Nach Schätzungen stieg sie von rund 300 Tonnen im Jahr 2025 auf knapp 1.500 Tonnen im Jahr 2026.

Das Anbauvolumen liegt damit weiterhin unter dem Niveau von 2021. Damals wurden in Afghanistan auf rund 200.000 Hektar Schlafmohn angebaut, bevor die Taliban wieder an die Macht kamen und das Verbot aussprachen.

Die Einnahmen der Zwischenhändler im Opiumhandel schätzen die Vereinten Nationen jedoch auf 525 Millionen Euro. Damit hätten sie wieder den Stand vor dem Verbot erreicht.

Schlafmohn wird in Afghanistan den Angaben zufolge häufig zwischen Getreidefeldern oder in der Nähe von Gebäudeanlagen angebaut, um den Anbau zu verbergen.

Als einen Grund für die zunehmende illegale Produktion nennt das UNODC die wachsende Armut. Steigende Lebensmittelkosten setzten viele Bauern unter Druck. Mit Getreideanbau und Viehzucht allein könnten zahlreiche Familien ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten.

UNODC-Direktorin Monica Juma erklärte, der Opiumanbau lasse sich langfristig nur schwer eindämmen, wenn sich die finanzielle Lage im Land nicht verbessere.

Der von den Taliban eingesetzte Außenminister bezeichnete den Kampf gegen Drogen als eine der größten Leistungen der Taliban und forderte zugleich internationale Hilfe. Auch das UNODC rief dazu auf, Afghanistan beim Aufbau alternativer Einkommensmöglichkeiten zu unterstützen und die weltweite Nachfrage nach Opium zu senken.


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