Bei einem russischen Angriff auf einen Bahnhof in der ukrainischen Regionalhauptstadt Dnipro sind nach ukrainischen Angaben 14 Menschen getötet worden. Mindestens 14 weitere Personen wurden verletzt.
Sechs Verletzte befinden sich nach Angaben des Gouverneurs der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanzha, in einem ernsten Zustand. Unter ihnen ist ein 11-jähriger Junge. Ein Mann verlor demnach beide Beine.
Nach Angaben der ukrainischen Eisenbahn traf eine Drohne mit Düsenantrieb einen Bahnsteig, an dem sich der Zug von Dnipro nach Saporischschja befand. Trotz einer zuvor bekanntgegebenen erhöhten Gefahr hielten sich dort Menschen auf.
Bürgermeister Borys Filatow sprach von einer Tragödie. Bei dem Zug habe es sich um einen zivilen Zug gehandelt. Nach Angaben von Hanzha standen zum Zeitpunkt des Angriffs außerdem ein Pendlerzug und ein Personenzug im Bahnhof.
Auch aus dem nordukrainischen Tschernihiw wurden Tote und Verletzte gemeldet. Nach Behördenangaben kamen dort zwei Jugendliche ums Leben. Elf Menschen wurden dem Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Tschaus, zufolge in Krankenhäuser gebracht. Zudem meldete er massive Zerstörungen.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe griff Russland die Ukraine in der Nacht mit 112 Kampfdrohnen an. Darunter waren 40 düsengetriebene Drohnen, die besonders schnell fliegen und schwer abzufangen sind. 97 Drohnen seien abgeschossen oder durch elektronische Flugabwehr zum Absturz gebracht worden.
Einschläge habe es an sieben Orten gegeben. Trümmerteile abgewehrter Angriffskörper seien an fünf Stellen niedergegangen. Für den Angriff auf die Region Dnipropetrowsk seien gegen 11 Uhr Ortszeit vier Drohnen gestartet worden. Drei seien abgewehrt worden, die vierte habe den Bahnsteig in Dnipro getroffen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskj forderte den Westen erneut auf, den Druck auf Moskau aufrechtzuerhalten. Er verlangte zudem neue und strengere Sanktionen der EU, der Vereinigten Staaten und der G7.

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