Die Werkstoffsparte von Thyssenkrupp ist unter dem Namen tk accelis an der Börse gestartet. Der erste Kurs lag bei 27,80 Euro. Damit wurde das Unternehmen mit rund 1,77 Milliarden Euro bewertet – etwas weniger, als Analysten erwartet hatten.
In der Spitze stieg die Aktie auf 30,52 Euro. Die Thyssenkrupp-Aktie geriet dagegen deutlich unter Druck und verlor zeitweise mehr als 16 Prozent. Der Kurs lag zwischenzeitlich bei rund 12,29 Euro.
Thyssenkrupp hatte den Geschäftsbereich zuvor abgespalten. Aktionäre des Mutterkonzerns erhielten für jeweils 20 Thyssenkrupp-Aktien ein Papier von tk accelis in ihre Depots. Thyssenkrupp hält weiterhin 51 Prozent an der Werkstofftochter und bleibt damit Mehrheitseigner.
tk accelis handelt mit Werkstoffen wie Flachstahl, Edelstahl und Aluminium. Das Unternehmen ist in 30 Ländern aktiv und beschäftigt rund 15.500 Menschen. Im vergangenen Jahr erzielte die ehemalige Thyssenkrupp Materials Services einen Umsatz von 11,4 Milliarden Euro. Das entsprach fast einem Drittel des gesamten Umsatzes von Thyssenkrupp.
Zu den wichtigsten Kunden zählen Airbus, BP, Tesla und Volkswagen. Darüber hinaus ist tk accelis im Geschäft mit Künstlicher Intelligenz aktiv. Für Rechenzentren liefert das Unternehmen unter anderem Kupfer- und Aluminiumteile für Schaltschränke.
Für die Zukunft strebt die Werkstoffsparte eine Weiterentwicklung vom klassischen Händler zu einem Spezialisten an, der für seine Kunden komplette Lieferketten organisiert.
Thyssenkrupp-Chef Miguel Lopez bezeichnete den Börsengang als den Beginn eines neuen Kapitels für den Geschäftsbereich. Die Abspaltung ist zugleich Teil seines Plans, den Industriekonzern stärker zu einer Finanzholding umzubauen. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens EY könnte eine klarere Positionierung am Kapitalmarkt den Wert des Unternehmens steigern.
Mit tk accelis bringt Thyssenkrupp bereits die dritte Konzerntochter an die Börse. Im vergangenen Jahr war die Marinesparte TKMS an den Kapitalmarkt gegangen. Die Wasserstofftochter Nucera war zuvor ebenfalls separat an der Börse gestartet.
Nach dem Börsendebüt der Werkstoffsparte richtet sich der Blick bereits auf einen möglichen weiteren Schritt: Auch die kriselnde Stahlsparte soll nach den vorliegenden Plänen ihren Weg an die Börse finden.

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