Selenskyj warnt vor Luftabwehrmangel nach mehr als 100 Raketen auf Kyjiw

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Die ukrainische Hauptstadt Kyjiw und ihr Umland sind nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj binnen zwei Wochen mit mehr als 100 ballistischen Raketen angegriffen worden. Gleichzeitig fehle es der Ukraine akut an Flugabwehrraketen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Der ukrainische Präsident wies erneut auf Verzögerungen bei der Lieferung von Flugabwehrsystemen hin. Derzeit sei es für die Ukraine schwierig, sich gegen russische ballistische Raketen zu verteidigen. Selenskyj verwies in diesem Zusammenhang auch auf Opfer und Schäden.

Besonders dringend benötigt die Ukraine nach seinen Angaben US-Systeme vom Typ Patriot. Diese gelten als besonders wirksam gegen ballistische Raketen, die wegen ihrer hohen Geschwindigkeit schwer abzufangen sind. Bereits am Montag hatte Selenskyj Verzögerungen bei den Lieferungen kritisiert.

Kyjiw ist zuletzt zunehmend zum Ziel russischer Angriffe geworden. Nach Einschätzung von Beobachtern soll Moskau mit Attacken auf die Verkehrs- und Energieinfrastruktur den Druck für Verhandlungen zu russischen Bedingungen erhöhen. Selenskyj hatte Russland in der Vergangenheit zudem vorgeworfen, die Bevölkerung zum Verlassen der Hauptstadt bewegen zu wollen.

Parallel dazu laufen die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Kriegs weiter. Der finnische Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre telefonierten am Dienstag mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Ziel sei es gewesen, Putin direkte Botschaften zu möglichen künftigen Verhandlungen zu übermitteln, hieß es anschließend.

Bei europäischen Partnern sorgte das Gespräch nach Angaben aus dem Umfeld der Beteiligten für Irritationen. Der Kreml sprach von einem Meinungsaustausch über die Beilegung der Ukrainekrise. Die europäischen Partner begrüßten eigenen Angaben zufolge außerdem eine mögliche Wiederaufnahme trilateraler Gespräche zwischen der Ukraine, Russland und den USA.

Die Dreiergespräche sind für November vorgesehen, ein genauer Termin steht bislang nicht fest. US-Präsident Donald Trump kündigte unterdessen ein baldiges Treffen mit Putin und Selenskyj an. Vor Journalisten sagte er, ein solches Treffen werde sehr bald stattfinden und könne zu großen Fortschritten bei den diplomatischen Bemühungen führen.


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