Beim Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Spanien sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Rund 80 weitere Menschen wurden verletzt. Die Zahl der Todesopfer könnte nach Angaben einer Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha noch steigen.
Das Unglück ereignete sich nahe Urda in der Provinz Toledo, rund 150 Kilometer südlich von Madrid. Beide Züge waren in Richtung Süden nach Andalusien unterwegs.
Nach ersten Informationen entgleisten zwei Waggons eines Zuges des privaten Bahnunternehmens Iryo. Sie stürzten nach Angaben des spanischen Fernsehsenders RTVE einen Bahndamm hinunter. Spanische Medien berichteten, ein Hochgeschwindigkeitszug des staatlichen Unternehmens Renfe habe den Iryo-Zug von hinten gerammt.
Der Iryo-Zug war offenbar aus bislang unbekannten Gründen zum Stehen gekommen. Der nachfolgende Renfe-Zug sei kurz vor neun Uhr auf ihn aufgefahren, hieß es aus Kreisen des spanischen Bahnnetzbetreibers Adif.
Im Renfe-Zug befanden sich nach Angaben der Behörden 397 Menschen. Für den Zug des Betreibers Iryo wurde eine Zahl von 147 Insassen genannt. Aufnahmen regionaler Fernsehsender zeigten verbogenes Metall und Trümmerteile unterhalb der Gleise.
Der Bahnverkehr zwischen Madrid und Andalusien wurde in beide Richtungen unterbrochen. In der nahegelegenen Stadt Urda wurden Notunterkünfte für Passagiere und Verletzte vorbereitet.
Nach ersten Ermittlungen könnte menschliches Versagen die Ursache des Unglücks sein. Zu den Umständen des Zusammenstoßes laufen weitere Untersuchungen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez zeigte sich bestürzt und sprach den Betroffenen und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Auch außerhalb Spaniens löste das Unglück Bestürzung aus.
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, erklärte: „Das Zugunglück in Spanien macht mich fassungslos. Es trifft die Eisenbahnfamilie mitten ins Herz.“ Sie sprach den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und wünschte den Verletzten eine schnelle Genesung.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb, sie habe die erschütternde Nachricht vom Zusammenstoß zweier Hochgeschwindigkeitszüge in Toledo erhalten. Ihr Mitgefühl gelte den Familien und Angehörigen der Opfer. „Europa trauert heute mit euch“, erklärte sie.
Das Unglück erinnert an ein schweres Zugunglück im Januar dieses Jahres bei Adamuz in Andalusien. Damals entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug und stieß mit einem entgegenkommenden Zug zusammen. 46 Menschen kamen ums Leben, mehr als 150 wurden verletzt.

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