Iranisches Gericht verurteilt Regisseur Jafar Panahi erneut zu Haft

—

von

in

Der iranische Regisseur Jafar Panahi ist in Teheran offenbar erneut zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Ein Revolutionsgericht habe gegen den 66-Jährigen eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren und einem Monat verhängt, berichtete die Zeitung Emtedad unter Berufung auf Panahis Anwalt Mostafa Nili.

Nach Angaben des Berichts soll außerdem Panahis gesamtes Vermögen beschlagnahmt werden. Zusätzlich sei gegen den Regisseur eine zweijährige Ausreisesperre verhängt worden.

Panahi war Anfang April während eines Krieges in den Iran zurückgekehrt. Nach Angaben seines Anwalts hatte der Regisseur in der vergangenen Woche erfahren, dass seine Bankkonten gesperrt worden waren. Nachforschungen bei der Justiz hätten anschließend ergeben, dass Panahi in Abwesenheit verurteilt worden sei.

Die iranische Justiz hatte Panahi bereits zuvor wegen „Propaganda gegen das System“ zu einem Jahr Haft verurteilt. Als zentralen Beweis führte ein Gericht dabei seinen heimlich gedrehten Film „Ein einfacher Unfall“ an.

Der Film gewann 2025 die Goldene Palme bei den Filmfestspielen in Cannes. Außerdem war das Werk für die Golden Globes und die Oscars nominiert.

Panahi gilt seit Jahren als prominenter Kritiker der iranischen Führung. Von Juli 2022 bis Februar 2023 war er bereits inhaftiert. Zudem unterliegt er seit Jahren Einschränkungen bei seiner beruflichen Tätigkeit und bei Reisen.


Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert