Die Niederlande werden 2027 nicht am Eurovision Song Contest teilnehmen. Damit zieht das Land eine zuvor erteilte Zusage für den Wettbewerb zurück, der im kommenden Jahr im bulgarischen Burgas stattfinden soll.
Als Grund nannte der Rundfunkverband NPO die Teilnahme Israels. Diese löse in der niederländischen Gesellschaft „verschiedene Reaktionen“ sowie „Diskussionen und Spaltung“ aus, erklärte Mediendirektor Jurre Bosman.
Nach Beratungen mit dem Rundfunkrat habe NPO entschieden, sich 2027 nicht an dem Musikwettbewerb zu beteiligen. NPO-Chefin Jet de Ranitz sagte, die Verantwortlichen seien zu dem Schluss gekommen, dass es wegen der aktuellen „Empfindlichkeiten“ rund um das Thema Israel „noch zu früh ist, 2027 am Eurovision Song Contest teilzunehmen“.
Noch im September hatte NPO beschlossen, zum ESC zurückzukehren. Der niederländische Beitrag sollte als Gemeinschaftsprojekt des öffentlichen Rundfunks entstehen. Der Widerstand bei den einzelnen Sendern sei jedoch zu groß gewesen.
Der nationale Nachrichtensender NOS will den Wettbewerb trotzdem übertragen. Geplant ist, die Halbfinals und das Finale auszustrahlen.
Die Niederlande hatten bereits den vergangenen Eurovision Song Contest in Wien wegen Israels Teilnahme boykottiert. Im August entschied der zuständige Sender Avrotros erneut, sich wegen Israels Teilnahme nicht an dem Wettbewerb zu beteiligen.
Auch Irland hält an seinem Boykott fest. Das Land wird im kommenden Jahr aus Protest gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen nicht am ESC teilnehmen.
Irland und die Niederlande gehörten zu den fünf Ländern, die den vorherigen Eurovision Song Contest in Wien boykottiert hatten. Der nächste Wettbewerb soll im Mai 2027 im bulgarischen Burgas an der Schwarzmeerküste stattfinden.

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