In der ukrainischen Stadt Oleschky in der Region Cherson soll eine Waffenruhe Evakuierungen von Zivilisten ermöglichen. Nach Angaben des Weißen Hauses hat Melania Trump Gespräche zwischen der Ukraine und Russland vermittelt.
Die First Lady der USA erklärte, sie habe beide Seiten in ihrer offiziellen Rolle als Vermittlerin bei den Zielen, technischen Verfahren, dem Zeitplan und den Bedingungen der Vereinbarung zusammengebracht. Die Ukraine und Russland stimmten der Feuerpause demnach zu. Ob sie tatsächlich umgesetzt wird und Evakuierungen möglich werden, ist jedoch noch ungewiss.
Der Beginn der Waffenruhe ist für Dienstag um 2 Uhr nachts mitteleuropäischer Zeit vorgesehen. In Oleschky könnten sich noch rund 2000 Zivilisten befinden. Die Stadt ist laut den vorliegenden Angaben von Minenfeldern umgeben. Zudem fehlen dort Nahrung, Strom und Medikamente.
Melania Trump zufolge wurde der Kommunikationskanal im Zuge von sechs früheren Familienzusammenführungen aufgebaut. Dabei seien insgesamt 34 Kinder zwischen Russland und der Ukraine zurückgeführt worden. Beide Länder hätten Teams entsandt, um die Abläufe einschließlich der Minenräumung zu koordinieren.
Ihr Engagement für die Ukraine ist dem Bericht zufolge nicht neu. In der Vergangenheit half Melania Trump bei der Rückführung von Kindern, die aus besetzten Gebieten verschleppt worden waren. Dmytro Lubinets, Menschenrechtsbeauftragter des ukrainischen Parlaments, bezeichnete ihre Rolle bei der Rückführung ukrainischer Kinder als entscheidend.
Lubinets dankte der First Lady auf X für ihre Vermittlung und ihre menschliche Haltung. Nach Angaben Melania Trumps erfuhr sie während eines Gesprächs bei der UN-Generalversammlung im September erstmals von der katastrophalen Lage in Oleschky.
Die Vermittlung wird auch kritisch bewertet. Die Historikerin Anne Applebaum sprach auf X von einer russischen Propagandaaktion. Diese solle US-Präsident Donald Trump ablenken, sein Ego stärken und ihn davon abhalten, den Druck auf Russland für ein Kriegsende zu erhöhen.
Donald Trump sagte vor Journalisten über die Bemühungen seiner Frau: „Ich glaube, sie macht es im Moment besser als die Profis.“ Nach den Angaben Melania Trumps sollen zivile Vertreter beider Länder die Bewohner aufsuchen und ihren Hilfebedarf erfassen. Wer evakuiert werden möchte, soll Unterstützung und Transport zu einem gewünschten Zielort erhalten. Einige Menschen könnten nach Russland, andere in die Ukraine gebracht werden.

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