Der Halbleiterhersteller Infineon baut seinen Standort im österreichischen Villach aus. Für 1,1 Milliarden Euro soll dort eine neue Fertigung für Leistungshalbleiter der neuesten Generation entstehen.
Nach Angaben des Konzerns handelt es sich um die weltweit erste Hochvolumenfertigung dieser Art. Produziert werden sollen Chips aus Galliumnitrid, kurz GaN. Das Material ermöglicht im Vergleich zu herkömmlichen Siliziumchips schnellere Schaltvorgänge und eine höhere Energieeffizienz.
Die neuen Halbleiter sollen unter anderem in Anwendungen aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Energie-Infrastruktur, Elektromobilität und Robotik zum Einsatz kommen. Infineon-Chef Jochen Hanebeck erklärte, die Nachfrage nach Galliumnitrid werde durch den hohen Energiebedarf weltweit angetrieben.
In der neuen Fertigung sollen 300-Millimeter-Wafer verwendet werden. Sie sind größer als die bislang eingesetzten Wafer mit einem Durchmesser von 200 Millimetern. Laut Infineon lässt sich damit die 2,3-fache Menge an Chips herstellen.
Der Produktionsstart ist für Ende des kommenden Jahres vorgesehen. Die Investitionen sollen sich über einen Zeitraum bis 2034 erstrecken. Für das Vorhaben will Infineon bereits vorhandene Reinraum-Kapazitäten am Standort nutzen.
Das Unternehmen erhält für das Projekt staatliche Beihilfen in Höhe von 319 Millionen Euro im Rahmen des europäischen Chips-Gesetzes. Der österreichische Bundeskanzler Christian Stocker verwies auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Investition. Infineon beschäftigt in Österreich rund 5.800 Menschen.
Hanebeck nannte unter anderem die Kompetenz der Beschäftigten und das verlässliche politische Umfeld als Gründe für die Entscheidung zugunsten von Villach. Der Standort liegt im österreichischen Bundesland Kärnten.
Infineon erwartet, dass die neue Anlage jährlich 1,5 Milliarden Euro zum Konzernumsatz beitragen kann. Produkte für die Stromversorgung von Rechenzentren gelten bereits als wichtiger Wachstumstreiber. Im Geschäftsjahr 2025/2026 dürfte der Konzern damit mehr als 1,6 Milliarden Euro Umsatz erzielen.
Infineon verfolgt derzeit eine Expansionsstrategie. Im Juli eröffnete das Unternehmen ein neues Werk in Dresden, das fünf Milliarden Euro kostete. Im Oktober nahm der Konzern zudem eine weitere Fertigungsanlage in Thailand in Betrieb. Die Infineon-Aktie legte im frühen Handel um knapp zwei Prozent zu.

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