Die Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben die Raffinerie Ras Tanura im Osten Saudi-Arabiens mit einer ballistischen Rakete angegriffen. Der Angriff habe massive Brände auf dem Gelände ausgelöst, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree auf der Plattform X.
Videos sollen Rauchschwaden über der Anlage zeigen. Auf Satellitenaufnahmen seien zudem ungewöhnliche Brände zu sehen gewesen. Eine unabhängige Bestätigung der Huthi-Angaben liegt in dem vorliegenden Material nicht vor.
Ras Tanura gilt als strategisch wichtige Anlage. Die Raffinerie verfügt laut den Angaben über eine Kapazität von 550.000 Barrel pro Tag und zählt damit zu den größten Raffinerien der Golfregion. Die Energieinfrastruktur Saudi-Arabiens ist seit Wochen wiederholt Ziel von Angriffen der Huthis.
Parallel meldete die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition die Abwehr weiterer Raketen. Zwei Geschosse, die in Richtung der Hauptstadt Riad abgefeuert worden seien, seien von der Luftabwehr „abgefangen und zerstört“ worden, teilte die Koalition auf X mit.
Zuvor hatten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP von mehreren Explosionen in Riad berichtet. Ob die Raketen mit dem gemeldeten Angriff auf die Raffinerie in Zusammenhang standen, geht aus dem vorliegenden Material nicht hervor.
Die Huthi-Miliz ist im Jemen aktiv und wird vom Iran unterstützt. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt ihrerseits jemenitische Truppen im Kampf gegen die Huthis. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar, an dem die USA und Israel beteiligt sind, haben sich die Kämpfe zwischen den Huthis und der jemenitischen Regierung nach den vorliegenden Angaben wieder verschärft.
Dadurch geriet Saudi-Arabien verstärkt ins Visier direkter Angriffe. Die Huthis hätten ihre Attacken auf das Königreich Anfang dieses Monats ausgeweitet, heißt es in dem Bericht.
Am Montag trafen sich der saudi-arabische Verteidigungsminister Chalid bin Salman, Pakistans Armeechef Asim Munir und der türkische Geheimdienstchef Ibrahim Kalin in Teheran. An dem Treffen nahm auch der iranische Sicherheitschef Mohsen Resaei teil. Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens ging es unter anderem um regionalen Frieden und Sicherheit sowie um die Folgen der „US-israelischen Aggression gegen den Iran“.
Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan hatten im August ein Gemeinsames Verteidigungsabkommen von Mekka geschlossen. Es sieht im Fall eines Angriffs auf eines der drei Länder militärische Unterstützung durch die beiden anderen Staaten vor. Seit der jüngsten Verschärfung der Huthi-Angriffe haben die Türkei und Pakistan jedoch keine Angriffe auf die Miliz angekündigt.

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