Die rechtspopulistische Regierung in Tschechien will die tschechische Krone als Landeswährung in der Verfassung verankern. Das Kabinett in Prag billigte dafür einen entsprechenden Gesetzentwurf.
Für die Verfassungsänderung wäre eine breite Mehrheit im Parlament nötig. Im Abgeordnetenhaus müssten mindestens 120 der 200 Abgeordneten zustimmen. Im Senat wäre eine Mehrheit von drei Fünfteln der anwesenden Senatoren erforderlich.
Damit wären auch zahlreiche Stimmen aus der Opposition nötig. Beobachter halten eine Zustimmung zwar für unwahrscheinlich, aber nicht für ausgeschlossen. Ob die Verankerung der Krone in der Verfassung überhaupt möglich ist, bleibt zunächst unklar.
Finanzministerin Alena Schillerova von der Regierungspartei ANO 2011 bezeichnete den Schritt als starke politische Geste. Damit solle gezeigt werden, dass Tschechien den Euro nicht wolle.
Mit dem Beitritt zur Europäischen Union im Jahr 2004 hatte sich Tschechien grundsätzlich verpflichtet, die Gemeinschaftswährung einzuführen, sobald die dafür geltenden Konvergenzkriterien erfüllt sind. Nach früheren Angaben erfüllt das Land derzeit drei der vier Kriterien. Offen ist demnach noch die notwendige Wechselkursstabilität.
Die tschechische Krone gibt es in ihrer heutigen Form seit Februar 1993. Nach dem Zerfall der Tschechoslowakei führten Tschechien und die Slowakei eigene Währungen ein. Die Slowakei wechselte am 1. Januar 2009 zum Euro.
In Tschechien regiert seit Dezember eine Koalition aus der rechtspopulistischen ANO des Milliardärs Andrej Babis und zwei Kleinparteien am äußeren rechten Rand. Am Wochenende demonstrierten Zehntausende für Medienfreiheit und gegen eine geplante umstrittene Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Fernsehens.

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