Sven Regener hält wenig von Liedern mit politischen Botschaften. Der Sänger der Band »Element of Crime« sagte der Nachrichtenagentur dpa, eine Verbindung von Politik und Musik sei für ihn nicht hilfreich.
Musik und Songtexte wirkten stark auf das Gefühl, erklärte der 65-jährige Musiker und Autor. Politik müsse dagegen von Aufklärung, Diskussion, Ausgleich und sachlicher Argumentation geprägt sein. Diese Elemente hätten in der Kunst aus seiner Sicht keinen Platz.
Die Vermischung von Politik und Gefühl sei »keine gute Sache«, sagte Regener. Für ihn sei sie eine Grundbedingung für Populismus. Von politischer Musik, deren Vertreter eine Unterordnung der Kunst unter die Politik verlangten, halte er deshalb nichts.
Regener betonte zugleich, dass Kunst andere Aufgaben habe als politische Diskussionen zu führen. Sie solle Menschen mit ihrem Leben versöhnen und es ihnen erträglicher machen. Kunst könne den Menschen eine Auszeit vom eigenen Ich und Distanz zur eigenen Existenz geben.
Es gehe in der Kunst nicht darum, große Fragen des Lebens zu lösen oder zu beantworten, sagte der Musiker. Das sei eher eine Aufgabe für Theologen. Kunst solle vor allem etwas bewirken, das aus seiner Sicht häufig unterschätzt werde: Sie könne Menschen glücklicher machen.
»Wir machen die Leute nicht unbedingt klüger, wir machen sie auch nicht unbedingt besser, aber wir machen sie glücklicher«, sagte Regener. Darin liege eine wichtige gesellschaftliche Funktion der Kunst.
Regener äußerte sich im Zusammenhang mit seinem neuen Roman, der im West-Berlin der Achtzigerjahre spielt. In dem Gespräch ging es außerdem um seine Beziehung zu Berlin und um die Frage, ob die Stadt damals wilder und besser gewesen sei. Regener widersprach dieser Vorstellung.

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