Acht neue Siedlungsaußenposten südlich von Hebron im Bau

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Im Gebiet südlich der Stadt Hebron im Westjordanland hat der Bau von acht neuen israelischen Siedlungsaußenposten begonnen. Die Errichtung erfolgt nach Angaben aus Israel mit Genehmigung der israelischen Armee.

Dem Bau vorausgegangen war am Freitag eine Schusswaffenattacke in Hebron. Dabei kamen zwei israelische Soldaten ums Leben. Die mutmaßlich palästinensischen Täter aus Hebron wurden getötet.

Seit dem Angriff führt Israel nach eigenen Angaben eine „Anti-Terror-Operation“ im Westjordanland durch. Die israelische Armee geht dabei gegen zwei Stadtviertel in Hebron vor. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden bislang rund 3200 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Außerdem seien Gebäude abgerissen worden, ohne dass eine genaue Zahl genannt wurde.

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich erklärte laut einer Mitteilung seiner Partei Religiöser Zionismus, die neuen Außenposten seien Teil der Maßnahmen zur „Beseitigung des Bösen“. Als weitere Maßnahme kündigte er demnach eine umfassende Abrisswelle illegaler arabischer Gebäude in der Nähe des Anschlagsortes an.

Die palästinensische Führung bezeichnete das Vorgehen als Kollektivstrafe gegen das palästinensische Volk und forderte ein internationales Eingreifen.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg von 1967 besetzt. In dem Gebiet leben nach den vorliegenden Angaben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Die israelischen Siedlungen gelten nach dem Völkerrecht als illegal.

Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen und internationalen Organisationen wurden seit dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zwischen 160 und 260 israelische Siedlungsaußenposten im besetzten Westjordanland errichtet. Eine Zählung der Vereinten Nationen kam im Juli auf insgesamt 215 neue Außenposten im gesamten Westjordanland. Im vorangegangenen Jahrzehnt waren dort durchschnittlich acht Außenposten pro Jahr entstanden.

Die gegenwärtige israelische Regierung hat seit ihrem Amtsantritt Ende 2022 insgesamt 104 Siedlungen und Siedlungsaußenposten genehmigt oder legalisiert. Am Dienstag soll in Israel ein neues Parlament gewählt werden. Der Konflikt mit den Palästinensern ist ein wichtiges Wahlkampfthema. Die israelische Armee kündigte zudem an, das Westjordanland am Wahltag abzuriegeln.


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