Der rasante Ausbau künstlicher Intelligenz treibt in den USA den Strombedarf von Rechenzentren stark nach oben. Die Tech-Konzerne suchen deshalb nach Energiequellen, die kurzfristig verfügbar sind. Im Fokus stehen Gasturbinen, Brennstoffzellen sowie Wind- und Solarenergie.
Einzelne Rechenzentren benötigen laut dem im Material zitierten Portfoliomanager Patrick Vogel so viel Energie wie eine mittelgroße Stadt. Die Betreiber bezahlen daher teilweise nicht nur Grundstücke, sondern auch Transformatoren, neue Stromtrassen und zusätzliche Erzeugungskapazitäten. Zudem fließt Geld in soziale Projekte der betroffenen Gemeinden.
Auf neue Gasturbinen müssen die Unternehmen allerdings teils mehrere Jahre warten. Auch Atomkraftwerke stehen kurzfristig nicht als Lösung bereit. Wer heute ein Rechenzentrum baut, müsste auf neue Anlagen nach Einschätzung Vogels möglicherweise bis frühestens 2035 warten. Deshalb greifen die Betreiber auf verschiedene Energiequellen zurück.
Gasturbinen gelten als schnell verfügbare und steuerbare Stromquelle. Das Geschäft von Herstellern wie Siemens Energy boomt. Auch GE Verona und Mitsubishi Heavy Industries haben dem Material zufolge große Gasturbinen mit teils mehrjährigen Lieferzeiten im Angebot. Ein Engpass sind Turbinenschaufeln, die extremen Temperaturen standhalten müssen. Weltweit gibt es derzeit nur vier Unternehmen, die solche Bauteile herstellen. Elon Musk hat angekündigt, dass SpaceX künftig Turbinenschaufeln produzieren könnte.
Musk nutzt bereits Gasturbinen für sein großes Rechenzentrum Colossus. Ein Teil der umstrittenen Anlagen steht in Memphis, am zweiten Standort wird auch im benachbarten Southaven im Bundesstaat Mississippi Strom erzeugt. Für die beiden Standorte sind unterschiedliche Behörden zuständig. Die Gasturbinen am ersten Standort wurden laut dem Material ohne Genehmigung betrieben.
Auch erneuerbare Energien spielen eine wichtige Rolle. Windkraftanlagenhersteller wie Vestas melden aus den USA wiederholt große Bestellungen, nennen aber nicht die Kunden. In Arizona und Texas entstehen zudem große Solarparks. Solarenergie allein reicht für die Betreiber jedoch nicht aus, weil Rechenzentren eine nahezu unterbrechungsfreie Verfügbarkeit zusagen. Die Verträge sehen laut Vogel eine Verfügbarkeit von 99,999 Prozent der Zeit vor.
Batteriespeicher können Schwankungen ausgleichen, müssen aber auch längere sonnenarme Zeiten überbrücken. Deshalb setzen die Unternehmen meist auf einen Energiemix. Brennstoffzellen können Erdgas in Strom umwandeln. Sie gelten als umweltfreundlicher als die direkte Verbrennung von Gas, sind jedoch teurer.
Kohle wird von den Konzernen dem Material zufolge in der Regel nicht genutzt, weil sie zu teuer ist. US-Präsident Donald Trump befürwortet zwar eine stärkere Nutzung von Kohle und lehnt Windräder ab. Für die Betreiber von Rechenzentren steht jedoch vor allem die schnelle und verlässliche Stromversorgung im Vordergrund.
Auch in Deutschland gibt es Diskussionen über neue Rechenzentren. In der Nähe von Frankfurt lehnten zwei Gemeinden den Bau solcher Anlagen ab. Bei Projekten sorgen sich Anwohner dem Material zufolge unter anderem um Strompreise, Wasserverbrauch und Luftqualität. Die Schwarz Gruppe plant ein großes Rechenzentrum bei Rostock.

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