KI-Analyse zweifelt an Leonardo da Vincis Urheberschaft des „Salvator Mundi“

Eine bislang unbekannte Analyse mit Künstlicher Intelligenz stellt die Zuschreibung des Gemäldes „Salvator Mundi“ an Leonardo da Vinci infrage. Nach Angaben des Kunst-Portals „Martin Cid“ kommt die brasilianische KI „Luminari“ zu dem Ergebnis, dass das Werk mit einer Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent von Leonardo-Schüler Giovanni Antonio Boltraffio gemalt wurde.

Der „Salvator Mundi“, auch „Erlöser der Welt“ genannt, wurde 2017 für 450 Millionen Dollar versteigert. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman erwarb das Gemälde dabei als Werk Leonardo da Vincis. Sollte es sich stattdessen um eine Nachahmung oder ein Werk Boltraffios handeln, läge der Marktpreis laut dem vorliegenden Bericht nur bei einem Hundertstel der gezahlten Summe.

Wie die Künstliche Intelligenz zu ihrer Einschätzung gelangt, ist allerdings nicht bekannt. Fachleute äußern deshalb Zweifel an der Aussagekraft der Analyse.

Wolfgang Reuter vom Unternehmen „Art Intelligence“ erklärte, eine Wahrscheinlichkeit von 81 Prozent sei kein Beweis, sondern bestenfalls ein Indiz. Auch der Kunsthistoriker und Leonardo-Spezialist Frank Zöllner verwies darauf, dass eine seriöse KI-Analyse zwar hilfreich sein könne, aber nicht alle Probleme bei der Zuschreibung eines Kunstwerks lösen könne.

Die Urheberschaft des „Salvator Mundi“ bleibt damit umstritten. Die Diskussion über die Zuschreibung an Leonardo da Vinci oder Giovanni Antonio Boltraffio geht weiter.

Seit der Auktion in New York ist das Gemälde für die Öffentlichkeit verschwunden. Es soll künftig im „Museum für Weltkulturen“ in Riad ausgestellt werden – als „Mona Lisa der Wüste“ und weiterhin als Werk Leonardo da Vincis.


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