Iran richtet seine Aktivitäten nach Einschätzung des US-Geheimdienstdirektors Jay Clayton verstärkt gegen US-Bürger in der Region und in weiteren Ländern. Teherans Pläne zur Zielerfassung von US-Personal hätten ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, schrieb Clayton am Freitag an US-Außenminister Marco Rubio.
Clayton erklärte in dem Schreiben, die US-Dienste hätten Informationen erhalten, wonach Iran seine Bemühungen zur Zielerfassung von US-Personal erheblich ausgeweitet habe. Betroffen seien der Nahe Osten und bestimmte andere Länder. Über die Einschätzung hatte zunächst das Nachrichtenportal Axios berichtet.
In dieser Woche hatte die US-Regierung nicht unbedingt benötigte Mitarbeiter der US-Botschaft in Saudi-Arabien sowie deren Familien zur Ausreise aufgefordert. Bereits vor Beginn des Irankriegs war nicht-essenziellem US-Personal nahegelegt worden, die Golfregion zu verlassen. Im Juli wiederholte Washington diese Aufforderung, bevor US-Präsident Donald Trump eine neue Angriffswelle absagte.
Am Freitag stellte Trump zugleich weitere US-Militäroperationen gegen Iran in Aussicht. In Anspielung auf die US-Bezeichnung für frühere Angriffe auf Iran sagte er, die USA könnten noch eine kleine „Epic Fury“ durchführen. Einen Zeitpunkt nannte der Präsident nicht.
Aus Teheran kamen unterdessen scharfe Warnungen. Der iranische Generalstabschef Ali Abdollahi schloss aus, dass US-Kriegsschiffe in den Persischen Golf einfahren. „Wir werden US-Kriegsschiffe unter keinen Umständen und zu keiner Zeit in den Persischen Golf lassen“, sagte er laut dem iranischen Staatsfernsehen.
Trump müsse seinen „Traum“, die US-Marine im Persischen Golf zu sehen, „mit ins Grab nehmen“, fügte Abdollahi demnach hinzu. Die Kämpfe rund um die Straße von Hormus dauern laut dem Bericht trotz einer im April vereinbarten Waffenruhe und eines Rahmenabkommens zwischen den Konfliktparteien an.
Iran beansprucht die Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge und greift nach Angaben des Berichts Schiffe an, die sie ohne iranische Genehmigung durchqueren. Die USA blockieren demnach iranische Häfen.
Parallel dazu berichteten iranische Medien, Präsident Masoud Pezeshkian wolle in der kommenden Woche den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau treffen. Anlass sei ein Gipfel der erdgasexportierenden Länder am Dienstag, dem 27. Oktober. Geplant seien Gespräche über wirtschaftliche Zusammenarbeit und geopolitische Fragen.

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