Russlandnahe Netzwerke verbreiten offenbar gefälschte Videos und erfundene Vorwürfe gegen demokratische Politiker in den USA. Die Kampagnen richten sich vor den Zwischenwahlen am 3. November besonders gegen Kandidaten der Demokratischen Partei.
Im Mittelpunkt steht ein KI-generiertes Video über James Talarico, den demokratischen Hoffnungsträger in Texas. In dem Clip gibt sich ein Mann als Zyon Lewis aus und behauptet, Talarico habe ihn als Kind missbraucht. Der echte Lewis widersprach der Darstellung kurz darauf.
Das Video wurde dem russlandnahen Einflussnetzwerk „Storm-1516“ zugeordnet. Die entsprechenden Beiträge erreichten innerhalb von 24 Stunden rund 850.000 Aufrufe. Talarico tritt gegen den Republikaner Ken Paxton an. Er könnte der erste demokratische US-Senator aus Texas seit 33 Jahren werden.
Auch der demokratische Senator Jon Ossoff aus Georgia wurde laut dem Bericht zum Ziel digitaler Lügenkampagnen. Das russlandnahe Netzwerk „Matryoshka“ soll bereits im September gefälschte Videos im Stil von CNN-Berichten über Talarico und Ossoff verbreitet haben.
Die Einflussoperationen richten sich häufig gegen Demokraten. Verwendet wurden dabei unter anderem Hashtags wie „#AllDemocratsAreCriminals“. Allerdings geraten auch Republikaner ins Visier, insbesondere wenn sie die Ukraine unterstützen.
Im US-Kongress gab es am 21. Oktober in Washington ein geheimes Briefing zu Erkenntnissen der Nachrichtendienste. Senator Mark Warner sagte dem Bericht zufolge, das Muster der Manipulationsversuche ähnele den Einflussoperationen aus den Präsidentschaftswahljahren 2016, 2020 und 2024. Laut der „New York Times“ soll der Kreml die Operationen autorisiert haben.
Hinweise darauf, dass russische Hacker Wahlmaschinen oder die Auszählung von Stimmen manipuliert haben, gibt es dem Bericht zufolge nicht. Ebenso seien weder eine persönliche Anordnung des russischen Präsidenten Wladimir Putin noch eine Abstimmung mit der Republikanischen Partei oder dem Weißen Haus belegt.
US-Präsident Donald Trump weist Vorwürfe einer russischen Einflussnahme regelmäßig zurück und bezeichnet sie als „Russland-Scherz“.

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