ASML-Chef Christophe Fouquet will die Zufriedenheit der Beschäftigten künftig direkt in seine Vergütung einbeziehen. Ein neu eingeführter Index zur Arbeitsplatzqualität soll Teil des langfristigen Bonusplans für Führungskräfte werden.
Das geht aus einem Memo Fouquets an die Belegschaft hervor. Der Vorstandschef des niederländischen Technologiekonzerns reagiert damit auf deutlich gesunkene Werte in einer jährlichen Mitarbeiterbefragung.
An der Umfrage beteiligten sich mehr als 38.000 der rund 44.000 ASML-Mitarbeiter. Der Mitarbeiter-Engagement-Index fiel nach den vorliegenden Ergebnissen von 78 Prozent im Vorjahr auf 73,5 Prozent in diesem Jahr.
Fouquet erklärte in dem Schreiben, die Entwicklung spiegele eine Phase umfangreicher Veränderungen wider. Für das Unternehmen sei es ein anstrengendes und emotionales Jahr gewesen. ASML baut derzeit seine Organisationsstruktur um, um Bürokratie abzubauen.
Die Unternehmensführung wählte sechs Fragen aus der Befragung aus und fasste sie zum sogenannten „Workplace Experience Index“ zusammen. Dieser Index soll in den langfristigen Bonusplan für Führungskräfte einfließen.
Nach Fouquets Angaben wird der Wert in den kommenden Jahren die Vergütung leitender Manager einschließlich des Vorstands direkt beeinflussen. Die Stärkung der Unternehmenskultur und der Unternehmenswerte erklärte er zudem zu einer persönlichen Priorität für das kommende Jahr.
Eine solche Verknüpfung von Vorstandsvergütung und Mitarbeiterzufriedenheit ist selten, aber nicht ohne Beispiel. Auch IBM und Aviva haben das Engagement ihrer Beschäftigten bereits in Vergütungsziele für Spitzenmanager aufgenommen.
ASML ist der einzige Konzern weltweit, der hochmoderne EUV-Lithografiemaschinen für Chiphersteller wie TSMC und Intel bauen kann. Die Anlagen werden für die Herstellung moderner Halbleiter benötigt, mit denen unter anderem KI-Modelle trainiert und betrieben werden.
Fouquets Memo wurde wenige Tage vor einer angehobenen Umsatzprognose für 2026 und der Ankündigung veröffentlicht, die Produktion der Lithografiemaschinen wegen der steigenden Nachfrage durch den KI-Boom zu beschleunigen. Die ASML-Aktie legte im laufenden Jahr nach den Angaben um 45 Prozent zu.

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