US-Präsident Donald Trump hat den Import von Windkraftanlagen und ihren Bauteilen als Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft. Neue Handelsbeschränkungen wie Zölle verhängte er zunächst jedoch nicht.
Stattdessen wies Trump die US-Handelsvertreter an, Verhandlungen mit den betroffenen Partnerländern aufzunehmen. Innerhalb von 180 Tagen sollen sie über die Gespräche berichten. Weitere Maßnahmen hält sich die US-Regierung ausdrücklich offen, wie das Weiße Haus mitteilte.
Nach einer Untersuchung des US-Handelsministeriums könnten ausländische Windkraftanlagen unter anderem Cyberrisiken mit sich bringen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Radarsysteme gestört werden und die USA zunehmend von ausländischen Lieferanten abhängig werden.
Trump bekräftigte in dem Erlass zugleich seine grundsätzliche Kritik an der Windenergie. Er bezeichnete sie als unzuverlässig und erklärte, sie belaste das US-Stromnetz. Der aktuelle Schritt geht auf eine Untersuchung zurück, die die US-Regierung im vergangenen Jahr zu den Auswirkungen von Importen auf die nationale Sicherheit eingeleitet hatte.
Zu den wichtigen Lieferanten von Windkraftanlagen und Komponenten für die USA zählen nach Angaben der Denkfabrik American Action Forum neben Mexiko und Indien auch Deutschland, Dänemark und Frankreich.
Trump baut seit 2025 die Klimapolitik seines Vorgängers Joe Biden schrittweise zurück. Mit dem Dekret „Unleash American Energy“ stellte er zu Beginn seiner Amtszeit die Vorgaben für Öl, Gas, Kohle, Atomkraft und weitere Energiequellen auf den Prüfstand. Auch der Abbau heimischer Rohstoffe sollte erleichtert werden.
Ein weiterer Erlass untersagt bis auf Weiteres die Verpachtung neuer Windparkflächen vor der US-Küste. Davon war unter anderem das deutsche Unternehmen RWE betroffen. Es hatte während Bidens Amtszeit Pachtflächen vor den Küsten der Bundesstaaten New York und Kalifornien für insgesamt rund eine Milliarde Dollar ersteigert und anschließend in die Planung investiert.
Im Sommer einigte sich das US-Innenministerium mit RWE auf eine Zahlung von mehr als 1,2 Milliarden Dollar, umgerechnet rund eine Milliarde Euro. Im Gegenzug gab der Energiekonzern die Pacht von drei Flächen für Offshore-Windparks in den USA auf und sagte neue Investitionen in fossile Energieerzeugung in den Vereinigten Staaten zu.

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